Hundeklos als teures Ärgernis

Brigitte Ulitschka
Der zehnjährige Labradorrüde Skubi benutzt brav das Hundeklo an der Ruhrgasse nahe der Amtshäuser.
Der zehnjährige Labradorrüde Skubi benutzt brav das Hundeklo an der Ruhrgasse nahe der Amtshäuser.
Foto: WAZ FotoPool
Tierbesitzer werfen Beutel auf Sandflächen statt in Mülleimer und verursachen zusätzliche Kosten. Reinigung kostet jährlich 30 000 Euro. Stadt appelliert an das Verantwortungsbewusstsein der Hundehalter.

Hattingen.  Die Toilette wienern – nicht gerade die beliebteste Tätigkeit im Haushalt. Was für Hundeklos ebenfalls gilt. Die Stadt hält fünf vor. Denn Vierbeiner sollten nicht einfach das Bein heben irgendwo in der Stadt – so funktioniert das Geschäft nicht, will ihr Besitzer keine Strafe riskieren, die an den Geldbeutel geht. Anlass zur Freude bieten die Einrichtungen der Stadt aber nicht – weil Beutel mit Hundekot im Sand landen und zusätzliche Arbeit verursachen.

Hunde können ihren Haufen in den Sand setzen. Dort bleibt er liegen, bis die Stadt ihn entfernt. Oder der Besitzer des Tieres packt ihn in den Beutel und entsorgt die Hinterlassenschaft im Mülleimer der Hundetoilette. Was häufig nicht geschieht, so Thomas Griesohn-Pflieger, Pressesprecher der Stadt. Er hat den Verdacht, dass auch Spaziergänger, die woanders unterwegs waren, ihren Beutel auf die abgesperrte Sandfläche werfen. Weshalb die anderen nicht den Mülleimer benutzen, ist ihm schleierhaft. „Die müssen sich doch sowieso bücken.“ Dann könnten sie den Beutel auch in den Mülleimer werfen.

An der Talstraße, Roonstraße, Ruhrgasse, Schreys Gasse und im Hillschen Garten sorge die Stadt dafür, dass die Tiere ihr Geschäft in der Innenstadt erledigen können. Der freiwillige Service macht Solveig Holste, Leiterin des Fachbereichs Stadtbetriebe und Tiefbau, allerdings Sorgen, „weil Hinterlassenschaften in Hundekotbeuteln auf die Sandflächen der Toiletten geworfen werden. Dadurch wird die Reinigung erschwert. An jeder Hundetoilette befindet sich ein Mülleimer. Beutel mit Hundekot gehören dort hinein, denn das Einsammeln hält beim Reinigen unnötig auf.“

Angesichts leerer Kassen, in denen jede freiwillige Leistung der Stadt auf den Prüfstand komme, appelliert sie ans Verantwortungsbewusstsein der Hundebesitzer. Der Sand werde „zweimal wöchentlich aufwendig per Hand gereinigt und zweimal jährlich ausgetauscht“. Die Reinigungskosten betragen fast
30 000 Euro.

Der Umgang mit Hundebesitzern, die sich nicht an die Spielregeln halten, ist laut Stadt Ermessenssache. „Das kann von der Verwarnung für zehn Euro bis zu 500 Euro reichen“, so Thomas Griesohn-Pflieger. „Für hartnäckige Fälle, die schon zehnmal erwischt wurden und vielleicht fünf Hunde dabei hatten.“

Insgesamt 3700 Hunde hat die Stadt registriert, für die 400 000 Euro Hundesteuer im Jahr gezahlt werden. Ein Hund kostet 110 Euro, zwei je 140 Euro und drei und mehr pro Kopf 170 Euro.