Hund fällt brütende Vögel in Naturschutzgebiet an

Das aufgebrochene Tor reagierte das Freizeitzentrum umgehend. Foto: Freizeitzentrum
Das aufgebrochene Tor reagierte das Freizeitzentrum umgehend. Foto: Freizeitzentrum
Unbekannter hatte am Kemnader See offenbar Tor aufgebrochen. Freizeitzentrum reagierte sofort.

Hattingen..  Elke Cors konnte nicht fassen, was sie beim täglichen Spaziergang sah: Im Naturschutzgebiet am Kemnader See hatte ein Unbekannter das Tor aufgebrochen. Ein Schäferhund nutzte die Gunst der Stunde – auf Kosten der dort lebenden Bodenbrüter. Cors: „Der Hund hat die Vögel einfach zerrissen.“

Das Schild „Hunde bitte anleinen“ an dem umzäunten Gelände zwischen der Ruhr und dem Mühlengraben hatte der Besitzer nicht beherzigt. Also gab die 71-jährige Rentnerin alles und schrie den wildernden Vierbeiner aus sicherer Entfernung von der Autobahnbrücke aus an. Näher traute sich die Herbederin mit Pudel Denny nicht heran. Dafür alarmierte die couragierte Frau das Freizeitzentrum Kemnade.

Obwohl eigentlich der Ruhrverband als Eigentümer des Geländes zuständig ist, reagierte man sofort. „Wir sind näher dran, deswegen haben wir ein Auge auf das Naturschutzgebiet“, sagt Wilfried Perner, Geschäftsführer des Freizeitzentrums. Es rückten zwei seiner Mitarbeiter aus, um sich das Unheil anzusehen.

Eine Sicherheitskette war geknackt worden, im Zaun war ein Loch. Die Männer vom Freizeitzentrum reparierten das aufgebrochene Tor umgehend. Bei einer ersten Begehung des Geländes konnte kein weiterer Schaden festgestellt werden. Auch tote Vögel wurden bislang nicht aufgefunden.

„Das ist das erste Mal, dass so etwas auf diesem Gelände passiert“, sagt Wilfried Perner. Man sei bemüht, mit dem Ruhrverband eine möglicherweise bessere Lösung zum Schutz der Vögel zu finden. „Wir müssen verhindern, dass in der Natur herumgewildert wird.“

Der Ruhrverband, der den Vogelbestand des Naturschutzgebietes am Kemnader See nach eigenen Angaben bislang noch nicht untersucht hat, warnt bereits vor weiteren Wildereien dieser Art: Fahrlässigen Hundebesitzern, die erwischt werden, drohe ein Strafverfahren samt deftiger Geldstrafe.

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