Hauptschule ist beliebt

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Das zeigte sich am Tag der offenen Tür. Besucher kamen auch aus den Nachbarstädten. Information und Unterhaltung

Sprockhövel..  Es ist fast ein Jahr her, dass die heimische Hauptschule den Namen einer ganz großen Bürgerin verliehen bekam. Seitdem ist sie unter Mathilde-Anneke-Schule bekannt. Und das weit über die Stadtgrenzen hinaus, wie sich auf dem jüngsten Tag der offenen Tür wieder mal herausstellte.

Denn am Samstag füllte sich die Schule mit Leben. „Unsere Besucher kommen nicht nur aus Sprockhövel, sondern auch aus Wuppertal, Hattingen, Bochum und Witten“, sagte Christiane Albrecht, Leiterin der Mathilde-Anneke-Schule.

Am Tag der offenen Tür stellte sich die Hauptschule vor. Bis zu den Anmeldungen brauche es noch ein paar Wochen. Denn spannend werde es nach Rosenmontag, so die Schulleiterin. „Jetzt kann ich noch nichts über die Zahlen der Anmeldungen sagen.“

Nun gibt es bei der Hauptschule ein Phänomen: die Liebe auf den zweiten Blick. In einem Jahr haben die Neuanmeldungen nicht ausgereicht. Daher gibt es keine sechste Klasse, sagte die Schulleiterin. Die höheren Jahrgänge haben jedoch viele Schüler.

Die heutigen achten bis zehnten Jahrgangsstufen seien dreizügig. „Und stetig nehmen wir dort Neuanmeldungen entgegen“, erklärt Christiane Albrecht. Ein interessantes Beispiel dafür war ein Ehepaar aus Witten, das am Tag der offen Tür einen Abstecher zur Hauptschule machte. Erst im Januar haben die beiden ihren 13-jährigen Sohn an der Hauptschule angemeldet. Zuvor besuchte er eine Wittener Gesamtschule. Dort hatte es jedoch nicht geklappt. Der Junge hat das Asperger- Syndrom, eine Form von Autismus, und braucht besondere Zuwendung, die er an seiner alten Schule nicht erfuhr.

Auch wenn sich die Eltern noch skeptisch zeigten: Der erste Eindruck an der Mathilde-Anneke-Schule sei ausgezeichnet gewesen, so die Eltern. „An der Wittener Schule bekamen wir dagegen den Eindruck, als hätten die Lehrer einfach keinen Bock. Die wollten einfach nur, dass unser Sohn funktioniert.“ Aufgrund der barschen Kritik verzichteten sie auch darauf, ihren Namen zu nennen.

Dass es an der Mathilde-Anneke-Schule so gut klappt, hat einen Grund. Die Lehreinrichtung habe bereits Inklusion praktiziert, als noch von integrativen Lerngruppen die Rede war. „Wir sammeln seit knapp 13 Jahren unsere Erfahrungen in diesem Bereich“, sagte die Schulleiterin. Es sei für die Lehrer nicht neu, sich mit mehreren Erwachsenen um eine Klasse zu kümmern. „Und alle sind gleichberechtigt, jeder ist willkommen.“

Doch das war nur ein Aspekt, über den sich die Besucher informieren konnten. Am Tag der offenen Tür gab es zahlreiche weitere Präsentationen. Die Schulbands spielten, es gab Tanzvorführungen, eine Bewegungslandschaft in der Turnhalle, es konnte bei Experimenten zugesehen werden und vieles mehr.

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