Hattingerin geht als Praktikantin nach Ruanda

Studentin Sophie Hahn
Studentin Sophie Hahn
Foto: Fischer
Sophie Hahn aus Niederwenigern studiert Sonderpädagogik in Köln und möchte mit geistig Behinderten im Heim der Afrika-Hilfe-Stiftung arbeiten.

Hattingen..  Die Lebensfreude von Kindern mit Einschränkung, ihre Offenheit, ihre Fröhlichkeit haben es Sophie Hahn (23) angetan. Darum studiert sie Sonderpädagogik in Köln. Und weil sie immer schon mal nach Afrika wollte, kombiniert die 23-Jährige jetzt beides: Sie geht für die Afrika-Hilfe-Stiftung nach Ruanda ins Haus „Glaube und Licht“, einem Heim für eltern­lose Kinder und Jugendliche mit geistiger Behinderung.

Das wurde vor über zwölf Jahren von Hans Küpperfahrenberg eingerichtet, die Afrika-Hilfe-Stiftung finanziert es. Um 28 Bewohner kümmern sich acht Betreuerinnen. „Das sind Erzieherinnen, die aber keine sonderpädagogische Erfahrung haben“, so Stiftungsvorsitzender Johannes Küpperfahrenberg. Eine Win-Win-Situation sieht er in dem Praktikum: „Es wird gezielte Förderung für die Bewohner geben, die Erzieherinnen können viel lernen – und auch Sophie Hahn wird verändert zurückkehren.“

Nachbarschaftskontakt

Einen Praktikanten hatte die Stiftung bisher noch nicht. Kontakt und Idee entstanden, weil die Studentin in der Nachbarschaft von Küpperfahrenberg wohnt. Gut vorbereitet hat sich Sophie Hahn, die am kommenden Montag losfliegen und bis zum 22. März bleiben wird, auf ihre Aufgabe vor Ort. Sie besuchte die Comenius-Schule in Essen-Burgaltendorf, wo sie schon Praktika absolviert hatte, informierte sich über Matheförderung. Die Grundschule in Köln, wo sie im offenen Ganztag arbeitet, spendete Bastelmaterial. Dozenten berieten sie hinsichtlich der Wahrnehmungsförderung. Der Zeitpunkt für das Praktikum ist günstig. Ihren Bachelor hat die junge Frau in der Tasche, mit dem Master startet sie nach dem Aufenthalt.

Einen Sportrollstuhl wird sie mitnehmen – seit kurzem ist sie in Bonn Übungsleiterin für Rollstuhlsport. Trainieren will sie mit den Bewohnern vor Ort. „Ethiopian Airlines übernimmt den Transport kostenlos“, freut sie sich.

Um die Unterkunft und Verpflegung kümmerte sich Johannes Küpperfahrenberg. „In dem Heim selbst gibt es wie landesüblich nur einmal am Tag etwas zu essen“, weiß Sophie Hahn. Sie wird bei den Salesianern nebenan ein Zimmer beziehen, nimmt dort die Mahlzeiten ein.

Gespannt ist sie auf den Ablauf, denn „die Arbeit mit den Bewohnern beginnt wohl erst nach dem Mittagessen“. Morgens muss sie zunächst eh die dortige Sprache Kinyarwanda lernen. „Aber eine Erzieherin spricht wohl Französisch.“ Die Koffer jedenfalls sind gepackt. Mit wenig Persönlichem und vielen Hilfsmitteln.

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