Hattinger gehen am liebsten morgens zum Zahnarzt

Einen Besuch beim Zahnarzt planen die Hattinger lieber morgens als am Abend ein.
Einen Besuch beim Zahnarzt planen die Hattinger lieber morgens als am Abend ein.
Foto: WAZ FotoPool
Hans-Joachim Beier, ehrenamtliches Vorstandsmitglied der Zahnärztekammer Westfalen-Lippe, berichtet, dass sich Abendsprechstunden nicht bewährt haben.

Hattingen..  Lieber morgens früh als am Abend spät gehen die Hattinger zum Zahnarzt, so die Erfahrung von Zahnarzt Hans-Joachim Beier. Er wurde jetzt erneut für fünf Jahre in den ehrenamtlichen Vorstand der Zahnärztekammer Westfalen-Lippe gewählt.

Das achtköpfige Gremium vertritt 7000 Zahnmediziner. Innerhalb des Vorstands ist Beier bis 2020 zuständig für die Aus- und Weiterbildung des Fachpersonals sowie die Tarifverhandlungen mit den Gewerkschaften. Da Beier Patienten in seiner Praxis an der Bahnhofstraße behandelt, bleiben ihm für das Ehrenamt nur die Mittwochnachmittage und die Abende. „Wir sind im Vorstand mit zwei Kollegen aus der Region vertreten, das ist selten, Dr. Klaus Befelein aus Sprockhövel ist auch dabei“, freut sich der 56-Jährige.

Insgesamt, sagt er, sei die Zahnarztversorgung in Hattingen und Westfalen überhaupt stabil. „Der Service ist eher besser geworden, die Wartezeiten sind kürzer.“ Abendsprechstunden hätten sich in Hattingen nicht bewährt. „Hier macht es eher Sinn, schon um sieben Uhr anzufangen.“ Preise für z.B. professionelle Zahnreinigung, die keine Kassenleistung ist, sind hier „relativ einheitlich“, weiß Beier, die Spanne liege bei plus minus fünf Euro. Das sei in großen Städten anders. „Praxen in Lagen wie an der Düsseldorfer Kö müssen ja auch ganz anders kalkulieren.“

Neue Prothesen für ältere Menschen oft nicht nötig

Übrigens suchen Zahnärzte ihre Patienten teils in Heimen auf. Im Vorstand der Kammer ist ein Kollege zuständig für die Alterszahnheilkunde. Bei Prothesen für ältere Menschen hat Beier einen Tipp: „Ab etwa 80 Jahren tut man Menschen oft keinen Gefallen mehr mit einer neuen Prothese. Sie haben ihre alten oft 20 Jahre getragen, sich daran gewöhnt.“

Zum Ausbildungsbereich: An 28 Berufsschulen werden zahnmedizinische Fachangestellte ausgebildet. Das, so Beier, sei immer noch ein Frauenberuf. Zuletzt neu in den Lehrplan aufgenommen wurden die Themen Qualitätsmanagement mit Fehler- und Beschwerdemanagement sowie EDV-Abrechnung. „Diese beiden Bereiche haben sich in den letzten Jahren extrem verändert“, schildert Beier, der auch Zahnärztekammer-Bezirksstellenvorsitzender für Hattingen, Witten, Sprockhövel ist. Die besondere Herausforderung: „Gerätschaften in genügender Anzahl bereitzustellen“. Denn in drei Ausbildungsjahrgängen sind 3300 Schüler.

Auch zum Zahnärztetag Westfalen-Lippe lädt der Vorstand im März ein. Es wird „der größte in ganz Deutschland“, sagt der Zahnarzt, der seit 28 Jahren eine Praxis führt und seit mehr als 30 Jahren praktiziert.

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