Gespräche sollen den Glauben der Hattinger neu wecken

Wer die katholische Kirche verlassen will, erhält Gesprächsangebote. 162 Hattinger sind 2014 ausgetreten.
Wer die katholische Kirche verlassen will, erhält Gesprächsangebote. 162 Hattinger sind 2014 ausgetreten.
Foto: picture alliance / dpa
Auf Austritte reagiert die Katholische Kirche mit Diskussionsangeboten. Über Rückkehrer gibt es ein Gutachten. Die Protestanten machen das anders.

Hattingen..  162 Personen sind im Jahr 2014 in Hattingen aus der Katholischen Kirche ausgetreten. Damit ist die Zahl der Mitglieder leicht zurückgegangen. Die Rückläuferquote ist eher gering. Doch die Kirche begleitet ihre Gläubigen beim Austritt wie auch bei der Wiederkehr.

Die Großpfarrei reagiert auf jeden Austritt eines Gläubigen mit einem Brief, der von Bischof Franz-Josef Overbeck unterzeichnet ist. Das gilt im gesamten Bistum. Dazu kommt ein Begleitschreiben des jeweiligen Pfarrers. In Hattingen von Winfried Langendonk als Leiter der Großpfarrei. „In den Schreiben drücken wir unser Bedauern über den Austritt aus. Gleichzeitig bieten wir ein gemeinsames Gespräch an, um über den Glauben zu sprechen“, erklärt Pastor Mirco Quint.

Zu diesem Gespräch kommt es jedoch nur selten. Die meisten Abtrünnigen geben finanzielle Gründe für ihren Austritt an und melden sich danach nicht mehr. Nur wenige suchen das angebotene Gespräch. Dabei gelingt es den Pfarrern dann recht oft, dass die ehemaligen Mitglieder ihren Schritt rückgängig machen. „Wir diskutieren über den Inhalt des Glaubens und räumen eventuelle Hindernisse aus dem Weg“, erzählt Quint. Vereinzelt können das auch Ärgernisse über die Weltkirche sein, die nicht direkt mit Hattingen in Verbindung stehen.

Konsequenzen des Austritts

Im Falle eines Austritts macht die Kirche den Mitgliedern auch die Konsequenzen deutlich. Etwa, dass sie danach nicht mehr kirchlich beerdigt werden können oder dass es Probleme geben könnte, wenn das eigene Kind in einem katholischen Kindergarten angemeldet werden soll.

Auf der anderen Seite stehen die Eintritte, von denen einen großen Teil die Taufen ausmachen. 111 Mal tauften die katholischen Pfarrer im abgelaufenen Kalenderjahr. Dazu kommen noch Wiedereintritte und Übertritte zum Glauben, beispielsweise durch Hochzeiten bedingt. In die Großpfarrei sind zwei Personen neu aufgenommen worden und acht übergetreten. „Es wird dann ein Gutachten erstellt und dem Bischof geschickt“, kommentiert Mirco Quint. So wird gerechtfertigt, warum der Wiederkehrer oder der Übertretende für den Glauben geeignet ist.

In den evangelischen Gemeinden in Hattingen gibt es nach Austritten ebenfalls Wiedereintritte sowie Übertritte. Genaue Zahlen liegen für 2014 noch nicht vor. „Viele Menschen, die nicht evangelisch sind, begleiten wir daneben auch“, kommentiert Pfarrer Bodo Steinhauer. Ein Gespräch oder sogar ein Gutachten wie bei den katholischen Kollegen gibt es im Falle des Wiedereintritts im evangelischen Glauben nicht. „Wir nehmen die Entscheidung mit Freude zur Kenntnis“, so Steinhauer.

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