Gegner der Renaturierung wollen Petition einreichen

Rund 1000 Unterschriften sind inzwischen zusammen gekommen.
Rund 1000 Unterschriften sind inzwischen zusammen gekommen.
Foto: WAZ FotoPool
Rund 1000 Unterschriften gegen die Umgestaltung des Ruhrbogens hat der neu gegründete Initiativ-Kreis mittlerweile gesammelt. Nun wenden sich die Renaturierungs-Gegner in einem offenem Brief an die Stadt und die Bezirksregierung Düsseldorf und wollen eine Petition einreichen.

Hattingen..  Der Initiativ-Kreis zur Erhaltung des Ruhrbogens wendet sich in der Debatte um die geplante Renaturierung nun direkt an die öffentlichen Stellen.

Man wolle dadurch mehr Aufmerksamkeit für das Thema schaffen, erklärt Gerd Walther von der Aktionsgemeinschaft Winzermark: „Wir haben einen offenen Brief an Bürgermeisterin Dagmar Goch und Baudezernent Jens Hendrix sowie an die Bezirksregierung Düsseldorf geschickt.“

Der Brief stelle allen voran die Frage, warum die Ruhr gerade am Winzer Bogen umgestaltet werden soll. Gerd Walther vermutet, die Bezirksregierung wolle an besagter Stelle ein „Prestige-Objekt“ verwirklichen. Sinnvoller sei es, zunächst „deutlich schlechtere Abschnitte oberhalb von Hattingen und unterhalb von Dahlhausen“ ökologisch aufzuwerten, heißt es in dem offenen Brief, der der WAZ vorliegt.

Einige mahnen zu mehr Geduld

Es gibt jedoch auch Stimmen, die zu mehr Geduld aufrufen. WAZ-Leser Dieter Lueg merkt in einem Leserbrief an, dass „protestiert wird, ohne dass bisher Fakten vorlägen, die ein Nachdenken über das Für und Wider ermöglichten.“ Stattdessen führe man eine „irrationale Diskussion, bei der schon das Reizwort ,Buhnen’ sachliche Überlegungen verhindert.“

Der Initiativ-Kreis will auf alle Fälle von der Bezirksregierung eine transparente Kommunikation und eine Beteiligung an den Experten-Gesprächen einfordern, sagt Gerd Walther. „Je eher die Bürger an so einem Verfahren beteiligt werden, umso mehr Planungskosten lassen sich am Ende einsparen.“

Die bislang gesammelten 1000 Unterschriften werde man im Rahmen einer Petition einreichen, kündigt der Initiativ-Kreis in seinem offenen Brief an. Der Petitionsausschuss des nordrhein-westfälischen Landtags wird dann über das Thema Renaturierung des Ruhrbogens diskutieren.

Weitere Entwicklung bleibt ungewiss

Ob und wie die Entscheidungsfindung davon beeinflusst werden wird, lässt sich allerdings nicht absehen. Aufmerksamkeit für das Thema sollte es aber allemal schaffen, hofft Gerd Walther.

Auch Leser Dieter Lueg wünscht sich eine „umfassende Bürgerbeteiligung“, fragt sich aber zugleich, „ob voreilige Proteste eine sinnvolle Kooperation mit den beteiligten Stellen nicht unnötig erschweren.“

 
 

EURE FAVORITEN