Gebete am Luftballon

Foto: Svenja Hanusch / WAZ FotoPool
Foto: Svenja Hanusch / WAZ FotoPool
Haus Friede und Evangelische Kirchengemeinden luden zum Gottesdienst.

Hattingen..  Ein Haufen grüner, mit Helium gefüllter Luftballons steigt empor. An jedem baumelt ein Band, woran eine kleine Papierwolke befestigt ist. Gemeindemitglieder der Evangelischen Kirchengemeinden aus Hattingen und Sprockhövel sowie der Mitwirkenden im Haus Friede haben sie beschriftet. Auf dem Gelände des Hauses in Bredenscheid feierten die Gemeinden an Christi Himmelfahrt einen gemeinsamen Open-Air-Gottesdienst.

Zum ersten Mal gab es an Himmelfahrt eine Kooperation der Evangelischen Kirchengemeinden mit Haus Friede. In den vergangenen Jahren war es am Feiertag immer beim Gottesdienst der Evangelischen Kirchengemeinden geblieben. Anfangs am Radweg in Obersprockhövel, zuletzt auf dem Parkplatz der Volksbank in Niedersprockhövel. Der Sprockhöveler Pfarrer Martin Funda ist auf Schwester Barbara Jahn zugekommen und hat nach der gemeinsamen Aktion gefragt. „Das Gelände in Bredenscheid bietet sich für so etwas gut an, es liegt im Grünen und die Leute aus dem Haus sind nett. Bredenscheid liegt auch gut zwischen Hattingen und Sprockhövel und ist für alle gut erreichbar. Außerdem können wir so unseren Horizont erweitern“, begründet Funda seine Entscheidung. Darüber hat sich die Leiterin von Haus Friede sehr gefreut und direkt zugestimmt. „Eine Zusammenarbeit ist ganz wertvoll. Es ist für mich auch das Wichtigste an diesem Tag, dass wir miteinander agiert haben und uns gemeinsam auf den Weg gemacht haben, um Gott zu loben“, findet Schwester Barbara Jahn. Die Begegnungen der Gemeindemitglieder untereinander seien genauso wichtig, um in Gespräche zu kommen. Etwa beim Grillen, das nach der Feier anstand.

Während des Gottesdienstes, geleitet von Martin Funda, Uwe Crone und Schwester Barbara Jahn, wurde das Thema Himmelfahrt mit dem Symbol der Wolke angegangen. „Durch Wolken ist es normalerweise immer etwas schattig auf der Erde. Doch ohne sie können wir auch nicht leben, da sie beispielsweise Wasser spenden“, erklärt Pfarrer Funda. In der Predigt ging es um einige Menschen, die verdurstet wären, wenn nicht eine Wolke am Himmel den nächsten Regenschauer gebracht hätte. In den Fürbitten hieß es daher auch: „Der Himmel ist da, wo du deine Hand über uns ausstreckst, um uns zu schützen.“ Der Himmel mit seinen Wolken.

Jeder Teilnehmer des Gottesdienstes erhielt eine Wolke aus Papier. Dort sollten Gebete oder Wünsche niedergeschrieben werden, die im Anschluss an den Gottesdienst auf die Reise geschickt wurden. Dorthin, wo andere sie später finden, die Gebete lesen und für sich als Botschaft mitnehmen. Manche Gläubige schreiben einen persönlichen Gedanken auf, andere halten es allgemein. So wie Gabriele Lack. „Segne den, bei dem dieser Ballon ankommt“, steht auf ihrer Wolke. Auf manchen Kärtchen wird Gott ein Dankeschön ausgesprochen. Für ein „Danke für die süße kleine Enie!“ hat sich Joscha entschieden. Enie ist seine Cousine, die einen Tag vor Christi Himmelfahrt geboren ist. Dann lässt der Fünfjährige seinen Ballon los und schaut ihm noch lange nach, bis er hinter Baumkronen verschwindet.

EURE FAVORITEN