Ganz große Oper auf der Hütte

Foto: Svenja Hanusch / WAZ FotoPool
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Der Verein Commedia Musicale Hattingen bringt vom 15. bis 17. Juni „Carmina Burana“ auf die Bühne.

Hattingen..  Großes ist geplant: Der Platz vor dem Hochofen im Industriemuseum soll im Juni als Klassik-Bühne unter einem Sternenhimmel dienen. Rund 500 Mitwirkende setzen Carl Orffs „Carmina Burana“ an drei aufeinanderfolgenden Tagen in Szene: 15. bis 17. Juni.

Die Idee stammt von den Hattinger Theatermachern Wolf Dieter Schäfer und Patric Albrecht, die extra für dieses große Projekt im vergangenem Jahr den Verein „Commedia Musicale Hattingen“ gründeten und jetzt gemeinsam die Organisation leiten. Sie ermöglichten bereits mehrere kulturelle Aufführungen, zum Beispiel „Linie 1“, „Der Blaue Planet“ oder vor drei Jahren das Stück „Anatevka“ in der Gebläsehalle.

300 Chorsänger aus Hattingen und Umgebung sollen singen, 70 Tänzer und Schauspieler Geschichten und Ereignisse zu den Anfängen der Stahlindustrie künstlerisch umsetzen. 750 bis 900 Gäste sollen mit Blick auf den Hochofen das Orchester der Rhein-Ruhr-Philharmonie hören.

Das Stück „Carmina Burana“, das im Jahr 1937 uraufgeführt wurde, bezieht sich auf hochmittelalterliche Handschriften aus Benediktbeuren, eine Sammlung von Trink- und Liebesliedern. Ursprünglich hatten Schäfer und Albrecht geplant, das Stück auf dem Kirchplatz aufführen zu lassen. Doch das funktioniere aus Sicherheitsgründen nicht. Dort gebe es nicht genügend Platz, erklärt Schäfer.

Mit dem Industriemuseum als nun feststehendem Spielort sind alle sehr zufrieden. „Die muikalische und schauspielerische Veranstaltung hat Bezug zur Henrichshütte, spielt in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg. Das Wirtschaftswunder, der Wiederaufbau der Henrichshütte werden in einzelnen Szenen dargestellt“, sagen sie.

Ein Feuerrad als Logo symbolisiert die Arbeit und das Leben am Hochofen. Und wenn im Juni die Sonne dunkelrot am Abend untergeht, erträumen sich alle Beteiligten eine beeindruckende Atmosphäre. Und wenn das Wetter nicht mitspielt? Dann müsse die Aufführung in die Gebläsehalle verlegt werden.

Die Mitwirkenden, die auch die Bühnenkulisse bauen und Kostüme anfertigen, sind fast ausnahmslos Ehrenamtliche. Zudem werden auch geistigbehinderte Förderschüler der Kämpenschule Buchholz mittanzen und schauspielern.

„Gefördert wird das Projekt mit 90 000 Euro durch unsere Kulturstiftung“, erklärt Barbara Rüschoff-Thale, die Kulturdezernentin vom LWL. Schirmherr ist Armin Brux, der Landrat des Ennepe-Ruhr-Kreises. Er sagt: „Dieses Projekt wird überregionale Ausstrahlung haben. Die Hütte ist einer der faszinierendsten Orte im Kreis und ein Merkmal der Geschichte, Kennzeichen für den Strukturwandel.“

Für das Stück „Carmina Burana“ werden allerdings noch Schauspielerinnen, Schauspieler, Tänzerinnen und Tänzer jeder Altersgruppe gesucht. „Es gibt keinen Text zu lernen, dafür ist der Chor zuständig“, ermutigt Schäfer. Die Proben für Darsteller beginnen in der zweiten Woche der Osterferien, die für Tänzer sofort.

Info

Karten kosten zwischen 16 und 36 Euro, der Vorverkauf beginnt am 15. März. Die Aufführung dauert etwa zwei Stunden. Infos im Internet: www.carmina2012.de.

 

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