Für Identität und Integration

er Leserbeirat: Wilhelm Schulze, Petra Schlerkmann, Cornelia Dauben, Mohamed Bourzoufi, Thorsten Breitenbach, Ingrid Ackermann, Harald Gesing und Angelika Bauer (v.l.) ohne Gaby Wichmann und Hans-Werner Tyczewski.  Foto: Uwe Möller WAZ FotoPool
er Leserbeirat: Wilhelm Schulze, Petra Schlerkmann, Cornelia Dauben, Mohamed Bourzoufi, Thorsten Breitenbach, Ingrid Ackermann, Harald Gesing und Angelika Bauer (v.l.) ohne Gaby Wichmann und Hans-Werner Tyczewski. Foto: Uwe Möller WAZ FotoPool
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Der dritte Leserbeirat hat sich zum ersten Mal in der Redaktion getroffen. Neben Brötchen und Getränken kamen viele Fragen und noch mehr Ideen auf den Tisch.

Hattingen..  „Sie sind dran!“ Das war der Appell, den Redaktionsleiter Ulrich Laibacher an den neuen Leserbeirat richtete, der jetzt zum ersten Mal in der Redaktion zusammengekommen ist. Zehn Leserinnen und Leser aus Hattingen und Sprockhövel gehören dem Gremium an, quer durch verschiedene Altersschichten, Berufsgruppen und Interessengebiete.

Belegte Brötchen und Getränke hatte das Redaktionsteam bereitgestellt. Die Mitglieder des Leserbeirats (nur Gaby Wichmann und Hans-Werner Tyczewski waren verhindert) brachten ihrerseits eine große Schüssel bunter Ideen, ein Tablett voller Fragen und eine große Portion Neugierde mit.

Gut zwei Stunden saßen Redaktion und Leser in gemütlicher Runde beisammen. Die anfängliche Zurückhaltung war bei einer Tasse Kaffee schnell verflogen. Damit die Gäste, die sich in den kommenden zwei Jahren aktiv in den Lokaljournalismus einbringen wollen und sollen, einen Überblick bekommen, erklärte Laibacher einleitend die grundlegenden Abläufe des Redaktionsalltags. Schnell erreichte das Gespräch aber die Ebene des Konkreten. „Die Redaktionstür steht Ihnen jetzt offen. Schauen Sie rein, reden Sie mit, machen Sie mit“, so der Lokalchef. Der dritte Leserbeirat solle sich als Sensor und Lektor verstehen, wahrnehmen, was passiert, kritisch verfolgen, wie damit umgegangen wird. „Greifen Sie zum Hörer!“

Doch fürs Erste ergriffen die künftigen Bürgerjournalisten das Wort. „Kommt Sprockhövel nicht etwas zu kurz in der Berichterstattung? Kann man das nicht ausweiten?“, wollte Angelika Bauer wissen. Redakteur Kurt Bein, der die Stadt seit den Achtziger Jahren redaktionell begleitet, erklärte daraufhin, Platzangebot und Personalengpässe setzten mitunter Grenzen. Wenn es aber heiße Themen gebe, werde man natürlich immer darauf eingehen. Die gibt es. Zum Beispiel die Entwicklung des Freibads. „Da muss man am Ball bleiben!“, fordern Bauer und Cornelia Dauben unisono.

Eine generelle Frage stellte Mohamed Bourzoufi: „Macht es Sinn, Probleme anzugehen und darüber zu berichten, wenn bei der Stadt ohnehin kein Geld da ist, um zu reagieren?“ „Ja, unbedingt“, erwiderte Laibacher. Schließlich sei die Information eines der stärksten Mittel im Kampf gegen Probleme. Erst dadurch könne die Öffentlichkeit überhaupt etwas unternehmen.

Im zweiten Teil der Diskussion kamen auch die ersten Themenvorschläge auf den Tisch. Harald Gesing regte die Aufnahme einer Serie an, die sich mit dem Strukturwandel in der Stadt beschäftigen soll. Ein Teil könnte die Entwicklung der ehemaligen Henrichshütte zum heutigen Henrichs-Gewerbepark sein. Generell könne man mal schauen, welche Branchen sich aus Hattingen weg oder nach Hattingen hin bewegt haben. „Ich wünsche mir Themen, die zur Identitätsstiftung beitragen“, so Gesing.

Es folgte ein kurzer Meinungsaustausch über das neue Layout dieser Zeitung. Der Mehrheit des Leserbeirats ist die optische Frischzellenkur positiv aufgefallen. Besonders die bessere Übersicht dank größerer Schrift und einer Spalte weniger wurde gelobt.

Zwei Jahre hat der Beirat Zeit, aktiv zu werden, was Gesing zu einem Ustinov-Zitat veranlasste: „Jetzt sind die guten alten Zeiten, nach denen wir uns in zehn Jahren zurücksehnen.“

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