Führungswechsel bei der AWO

Adi Ostertag (li.) und René Röspel. Foto: Olaf Ziegler / WAZ FotoPool
Adi Ostertag (li.) und René Röspel. Foto: Olaf Ziegler / WAZ FotoPool
Foto: WAZ FotoPool / Olaf Ziegler
Der SPD-Bundestagsabgeordnete René Röspel löst Adi Ostertag als Vorsitzender des Unterbezirks ab.

Hattingen..  Nach 15 Jahren verlässt Adi Ostertag die Kommandobrücke des AWO-Unterbezirks Ennepe-Ruhr. 300 Delegierte wählten am Samstag René Röspel zum neuen „Vorstandsvorsitzenden“ des Kreisverbandes. Der 47-Jährige, im Hauptberuf wie früher Ostertag SPD-Bundestagsabgeordneter, weiß, dass er in große Fußstapfen tritt.

Im Saalbau warten die Delegierten aus Hattingen, Schwelm, Gevelsberg, Wetter und Witten auf die Abstimmung. Als es so weit ist, werden gelbe Karten in die Höhe gereckt. Es sind etliche. Einstimmig wählen die Mitglieder ihren neuen Vorsitzenden. Als Stellvertreterinnen bestimmen sie Marita Sauerwein und Silvia Zettel. Die Wahl ist nicht der einzige Punkt auf der Tagesordnung. Besonders wichtig ist die „Wittener Erklärung“, die mit absoluter Mehrheit verabschiedet wird.

Jugend ist Zukunft

Sie beinhaltet vor allem die Einbeziehung von Behinderten in Schulen und auf dem Arbeitsmarkt. Über die große Zustimmung freut sich AWO-Geschäftsführer Jochen Winter: „Wir setzen damit ein eindeutiges Zeichen für die Umsetzung der Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen.

Kurz vor der Mittagspause schaut sich Adi Ostertag mit nachdenklichem Blick seinen Nachfolger auf dem Podest an. Dass er seinen Posten nun abtritt, fällt ihm nicht so leicht. „Es war eine sehr erfolgreiche Zeit in den letzten 15 Jahren. Alleine in Witten konnten wir viel bewirken“, meint der ehemalige SPD-Bundespolitiker. Besonders viel bedeuten ihm die mittlerweile 200 Tagespflegeverhältnisse von Kindern. Außerdem wurde die Anzahl der AWO-Mitarbeiter in den vergangenen Jahren verdoppelt – auf ungefähr 850 im gesamten EN-Kreis. René Röspel weiß, dass er als Nachfolger von Adi Ostertag einen schwierigen Stand hat.

„Man muss es erst einmal schaffen, 15 Jahre lang schwarze Zahlen zu schreiben. Da übergibt er mir eine harte Aufgabe.“ Zunächst möchte der 47-Jährige nichts an den Zielen der AWO EN ändern. Allerdings gibt er zu bedenken, dass sich die Gesellschaft in den nächsten zehn bis 20 Jahren verändern wird. Vor allem die Jugendlichen, die oftmals mehr in der virtuellen Welt als in der Realität lebten, machen Röspel Sorgen. „Um an sie heranzukommen, müssen wir uns noch mehr um Begegnungsstätten kümmern. Schließlich ist die Jugend auch unsere Zukunft.“

Dass sich der AWO-Vorstand verjüngt hat, kann Adi Ostertag nur begrüßen. Auch die beiden Delegierten Christa Kahmann (68) und Christa Stein (69) vom Ortsverband Heven freuen sich auf frischen Wind. Die beiden Frauen sind sich einig: „Wir warten jetzt erst einmal ab, welche Ideen René Röspel einbringt. Aber er wird das schon gut weiterführen – so, wie es ihm Adi Ostertag hinterlassen hat.“

 

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