Friedrich will Gleise vor dem Schmelzofen retten

Foto: WAZ FotoPool
Der Vorsitzende des Heimatvereins setzt beim Umbau der Bahnhofstraße auf die historische Schiene.

Hattingen.  Sie soll das Leitbild beim Umbau der Innenstadt im Rahmen des Stadtentwicklungskonzepts 2030 sein: die Umgestaltung der Bahnhofstraße mit einem neuen „Tor zur Ruhr“. Ausgebildet werden soll „ein attraktives Wohn-, Dienstleistungs- beziehungsweise Arbeitsviertel unter Anknüpfung an die historische Bedeutung dieser Straße“ – so steht es in dem strategischen Zukunftspapier, das Rat und Verwaltung aus den Weg gebracht haben. Attraktiv und historisch müssen sich nicht ausschließen. Und doch gibt es bereits eine erste Detaildiskussion.

„Für alle Menschen, die an der Bahnhofstraße leben, dort arbeiten oder über diesen Weg die Stadt besuchen, wird sich die Situation ändern, wenn endlich die Straßenbahnschienen weg sind“, hatte Melanie Witte-Lonsing, SPD-Stadtverordnete und Vorsitzende des Stadtentwicklungsausschusses, ihre Erwartung an den Umbau vergangene Woche in der WAZ beschrieben. Was nun Lars Friedrich auf den Plan ruft. „Erhaltet die Straßenbahnschienen und bewahrt mehr als 100 Jahre Stadtgeschichte vor dem Schmelzofen“, fordert der Vorsitzende des Heimatvereins in seinem Internet-Blog. Kaum ein Straßenzug Hattingens dokumentiere die Entwicklung der Stadt so deutlich wie diese Verbindungsachse von der Altstadt zum Bahnhof, schreibt Friedrich. Und hofft, dass die Straßenbahnschienen nicht entfernt werden, um sie dann im Straßenbelag mit viel Aufwand nachzuzeichnen – sondern einfach liegenbleiben. Wegen ihrer Bedeutung für die Geschichte von Wirtschaft und Verkehr und weil sie milieugeprägter Bestandteil der Bahnhofstraße seien, dürften die historischen Schienen von 1907 nicht verschwinden, fordert Lars Friedrich.

Und nun? „Noch ist überhaupt nichts entschieden“, beruhigt Baudezernent Jens Hendrix auf Anfrage der WAZ Das Stadtentwicklungskonzept habe das Thema bisher nur grob umrissen. Im Herbst geht eine Entwurfswerkstatt an den Start, in der Planungsbüros Vorschläge für die Umsetzung des Leitbilds machen. „Die Straßenfläche ist schon wichtig“, macht Hendrix deutlich. „Wir werden dazu auch Gespräche mit den Anwohnern führen.“

 
 

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