Fragestunde im Schlachthaus des Schultenhofs in Hattingen

Besuch des Hofes von Alfred Schulte-Stade in Hattingen.
Besuch des Hofes von Alfred Schulte-Stade in Hattingen.
Foto: Fischer / WAZ FotoPool
WAZ öffnet Pforten bringt 68 Besucher auf den Schultenhof. Dort dürfen sie den Schulten-Burger kosten. Der Hausherr beantwortet alle Fragen zur Schlachtung.

Hattingen.  „Ab Donnerstag gibt es einen eigenen Schultenhof-Burger und Sie sind die Ersten, die ihn probieren dürfen“, begrüßt Alfred Schulte-Stade seine Gäste. 68 Anmeldungen hat es für seine Führung über den Schultenhof bei „WAZ öffnet Pforten“ gegeben und alle Leser heißt er willkommen. Der Gastronom gibt bereitwillig Auskunft über die Hausschlachtung, die Tiere seines Hofes und seine Philosophie. Doch zuerst dürfen die Gäste den Schulten-Burger verkosten.

„14 Tage haben wir daran gearbeitet“, erklärt Alfred Schulte-Stade: „Erst wollten wir Kraut drauf machen, aber das wäre zu patschig.“ Jetzt gibt es die Frikadelle vom Ochsen mit Salat, Tomate und geschmorten Zwiebeln. „Ich war noch nie bei McDonalds, aber der Burger schmeckt gut“, findet Werner Grünendahl. Und Jutta Knop merkt an, dass der Ochse mit in den Namen müsste: „Alfreds Ochsenburger, das wäre doch ein Name“, sagt sie. Die Hühner von Schulte-Stade passiert sie regelmäßig: „Das ist meine Walking-Strecke. Es ist eine Bereicherung, den Hof hier zu haben, und der Chef ist so bodenständig“, lobt sie. Die Heckrinder haben Werner und Uschi Grünendahl bisher nur aus der Entfernung gesehen: „Man darf ja nicht nah ran“, wissen sie.

Auch an diesem Nachmittag muss der Ausflug zu den Tieren des Hofes, neben Hühnern und Rindern hält Schulte-Stade auch Bentheimer Schweine, abgesagt werden. Das Wetter ist einfach zu schlecht für den Ausflug ins Grüne. Schade, findet auch Barbara Schulze-Schleithoff: „Ich bin extra aus Gelsenkirchen gekommen, weil ich den Hof schon immer mal ansehen wollte. Meine Tochter wohnt in der Nähe.“

Fragen über Fragen

Dafür zeigt der Hausherr sein Schlachthaus, das er für eine halbe Million Euro gebaut hat, und wird mit Fragen gelöchert. „Die Tiere werden von vorn geschossen. Sie sind sofort tot und werden mit dem Kettenaufzug nach oben gezogen“, erklärt er. „Wo wird das Blut aufgefangen“, möchte ein WAZ-Leser wissen. „In separaten Schächten. Nichts geht in die Entwässerung“, berichtet Schulte-Stade. „Was passiert mit der Haut“, fragt eine Leserin. Die kommt zum Gerben. „Wie lange wird das Fleisch abgehangen?“ Drei Wochen. „Und wie lange dauert die Schlachtung?“ 45 Minuten. „Wie alt sind die Rinder beim Schlachten?“ „Wir schlachten verhältnismäßig jung.“ Das Rind von heute morgen war 14 Monate alt.

Auch woher er das Wildfleisch bezieht, möchten die Besucher wissen. Schulte-Stade erklärt, dass er vier Jagdreviere hat, drei davon im Siegerland. Der leidenschaftliche Jäger wirbt dafür, weniger Fleisch zu essen. „Ich kann nicht die Welt retten, aber ich kann dafür sorgen, dass Tiere artgerecht gehalten werden“, sagt er. Und betont, dass dies nicht möglich sei, wenn ein Kilogramm Nacken für 3,80 Euro verkauft werde. „In der normalen Haltung wird ein Bulle in 18 Monaten auf 400 Kilogramm Schlachtgewicht gebracht, ich brauche 36 Monate“, verdeutlicht er. „Tatsächlich? Das weiß man so gar nicht“, staunen seine Besucher.

 
 

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