Flüchtlinge wohnen im Krämersdorf

Foto: Volker Speckenwirth
  • Mehrere um die jungen Leute, die allein nach Hattingen gekommen sind
  • Inzwischen kann bei der Unterbringung mehr auf den Standard geachtet werden
  • Langzeitaufgabe für viele Jahre und ein schwieriger Prozess

Hattingen..  Aus einem kleinen Hotel im Krämersdorf ist eine Regelgruppe mit acht Plätzen für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge geworden, die hier mitten in der Innenstadt wohnen. Die Jugendlichen zwischen 14 und 17 Jahren gehören zu den insgesamt 55, um die sich die Stadt gemeinsam mit mehreren Trägern kümmert und die an unterschiedlichen Stellen in der Stadt untergebracht sind.

An der Tür im Krämersdorf steht noch Hotel, doch solche Gäste checken hier nicht mehr ein – auch wenn es Frühstück und mehr gibt. Die jungen Bewohner setzen sich auch nicht an den gedeckten Tisch, sondern kümmern sich um Einkäufe oder kochen Essen, tun also Dinge wie daheim auch in der Familie. Die offizielle Eröffnung des Hauses mit Betreuung rund um die Uhr findet am kommenden Freitag statt. Eine Abordnung des Landesjugendamtes hat das Haus schon besucht, und eine Nachbarin hat den Jungs bereits Süßigkeiten und Chips vorbeigebracht.

Träger wie HAZ – Arbeit und Zukunft, Phönix, Caritas, ELAN und Freizeitwerk kümmern sich um die jungen Leute, die allein nach Hattingen gekommen sind. Es gibt eine Mutter-Kind-Gruppe. Für zwei Jugendliche sind Verwandte zuständig, für einen Pflegeeltern. Die acht Jugendlichen, die künftig in der Einrichtung des IFAK, des Vereins für multikulturelle Kinder- und Jugendhilfe und Migrationsarbeit, wohnen, sind in einer Übersicht der Stadt zur Anzahl und zu den Trägern von Maßnahmen unbegleiteter Flüchtlinge noch nicht aufgeführt. Das Haus nimmt Jugend­liche von anderen Standorten auf, die noch keine Regelgruppe haben, wie insgesamt vier Häuser in Hattingen.

In solchen Gruppen ist der Standard höher. Doch nicht überall sind sie möglich, so Beigeordnete Beate Schiffer. Als die ersten unbegleiteten Flüchtlinge unter 18 Jahren in Hattingen eintrafen, mussten sie untergebracht werden. Inzwischen kann mehr auf den Standard geachtet werden. Keine Jugendhilfe zweiter Klasse möchte Juliane Lubisch vom Fachbereich Jugend der Stadt für sie, denn: „Die Jugendlichen müssen gut ankommen, sollen sie hier integriert werden und der Gesellschaft etwas zurückgeben können.“ Das sei eine Langzeitaufgabe für viele Jahre und ein schwieriger Prozess.

Pädagogische Unterstützung nötig

Trotz großer Bemühungen der Stadt im Zusammenspiel mit vielen Beteiligten gelingt er nicht immer. „Drei Jugendliche wurden nach Hause gebracht auf eigenen Wunsch“, sagt Juliane Lubisch, die seit 37 Jahren bei der Stadt Jugendhilfe macht. Mitarbeiter hätten noch Kontakt zu ihnen.

„Stellen Sie sich vor, ihre 14 Jahre alte Tochter ist auf dem Weg in ein fremdes Land und versteht dort nichts“, sagt Lubisch. „So geht es unseren Jungs auch.“ Die Jugendlichen bräuchten viel pädagogische Unterstützung.

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