Familien nutzen Angebote gern

Brigitte Ulitschka
Foto: Funke Foto Services
  • Familienbündnis existiert seit zehn Jahren vor Ort
  • Erwachsene und Kinder feiern den Geburtstag auf dem Hof der Grundschule Heggerfeld
  • Soziales Frühwarnsystem mit Qualität

Hattingen.  „Kinder mögen keine Eltern, die keine Eltern sein wollen“: Dieser Spruch hängt im Büro von Juliane Lubisch. Am Samstag allerdings hält es die Initiatorin des Familienbündnisses nicht in ihren Amtsräumen an der Bahnhofstraße. Der zehnte Geburtstag vor Ort -- bundesweit existiert das Bündnis seit zwölf Jahren – will gefeiert werden. Das neunte Fest steigt an der Heggerfeld-Grundschule.

Dort interessieren sich Mütter, Väter, Kinder und zahlreiche Bürger, welche Angebote es in Hattingen gibt, um Familien das Leben leichter, bunter und vielleicht etwas lustiger zu machen. Die Berufsjugendlichen, auf die der Bürospruch abzielt, sind nicht dabei. Dafür zum ersten Mal unbegleitete jugendliche Flüchtlinge. Auch sie gehören zur großen Familie, die sich in allen Ausprägungen präsentiert.

Auf 66 Anbieter ist das Angebot im Lauf der Jahre angestiegen. Den kleinen gelben Teppich „Ort der Sicherheit“ hat Juliane Lubisch im Büro gelassen. Orte der Sicherheit, der Unterstützung, gibt es hier zuhauf. „Es ist alles da, was wir in Hattingen zu bieten haben“, sagt Juliane Lubisch. Und ist auch ein klein wenig stolz darauf, wie viel das ist in einer so kleinen Stadt.

Sie kehrt Probleme nicht unter den Teppich. Weiß, dass reichlich Familien, vor allem mit mehreren Kindern oder Alleinerziehende, wirtschaftlich zu kämpfen haben. Ihre Devise ist aber, Probleme anzugehen. Und das geht einfacher mit einer gewissen Leichtigkeit, findet die in Lachyoga ausgebildete Mitarbeiterin der Stadt, welche auf ein breites Netzwerk von Helfern zurückgreifen kann.

Im Lauf der zehn Jahre habe es 30 unterschiedliche Projekte gegeben. Babysprechstunde, Begrüßungspaket, Krabbelgruppe, frühe Hilfen für Familien, präventiver Kinderschutz, Aktionen zu gesunder Ernährung und Bewegung, Elternreihen, Jugendsprechstunde. Vieles ist angestoßen, vieles auch beibehalten worden.

Was sich geändert hat? Das soziale Frühwarnsystem hat eine andere Qualität bekommen. „Und davon profitieren Familien“, sagt Juliane Lubisch. Außerdem würden die Angebote selbstverständlicher genutzt als früher. „Es macht einfach Spaß“, kommentiert sie die breite Vernetzung in der Stadt, die nach Ansicht der Initiatorin ein großes Herz für Familien hat, „zu denen auch die Senioren gehören“. Lubisch ist zuversichtlich, dass sich auch künftig junge Leute trauen, Familien zu gründen. Die Zahl der Geburten macht ihr Mut. Um 49 auf 451 ist sie 2015 gestiegen.