Facebook für Buchfreunde

Annika Kammer (24) von der Stadtbibliothek zeigt den Schülerinnen Joelle Großberndt (16) und Zebide Bacir (18) etwas von der Facebook-Technik. Foto: Joachim Haenisch / WAZ FotoPool
Annika Kammer (24) von der Stadtbibliothek zeigt den Schülerinnen Joelle Großberndt (16) und Zebide Bacir (18) etwas von der Facebook-Technik. Foto: Joachim Haenisch / WAZ FotoPool
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Hattingen..  Stadtbibliothek experimentiert mit unterschiedlichen Medien, um auch in Zukunft gut aufgestellt zu sein.

Freunde treffen, sich mit ihnen über die unterschiedlichsten Themen austauschen, mit Arbeitskollegen oder Kommilitonen diskutieren: Dafür muss man nicht mehr unbedingt rausgehen oder zum Telefon greifen, sondern kann bequem am Computer sitzen und loslegen: über Facebook. In das soziale Netzwerk hat sich auch die Stadtbibliothek eingeschaltet.

Sie nutzt neuerdings auch diese Online-Plattform und wirbt: „Facebook ermöglicht es dir, mit den Menschen in deinem Leben in Verbindung zu treten und Inhalte mit diesen zu teilen.“ Damit wollen sich Mitarbeiter der Stadtbibliothek nicht etwa ihre Leser vom Hals halten, sondern vielleicht sogar neue und vor allem junge dazugewinnen.

Der neue Service ist nicht das erste Modul. „Wir sind seit zwei Jahren in einer innovativen Arbeitsgruppe von Bibliotheken“, sagt der Leiter der Hattinger, Bernd Jeucken. Aus dem Ruhrgebiet mischt keine weitere mit, dafür aber Städte wie Köln, Münster, Dormagen, Gütersloh, Rheinbach oder Kamp-Lintfort.

Die Arbeitsgruppe trifft sich einmal im Monat und sucht nach Wegen, wie Bibliotheken auch in Zukunft gut aufgestellt sind. Man tauscht sich aus, profitiert von den Erfahrungen der anderen, steuert eigene bei. Hattingen wird bald stärker als Lernort präsent sein, nicht nur für Kinder und Schüler, sondern auch für andere Gruppen. Die Anwendung neuer Medien gehört dazu. In einer Zukunftswerkstatt hat die Belegschaft sich schlau gemacht, wie sich interne Abläufe optimieren lassen und alle nach einem gemeinsamen Regelwerk arbeiten können.

Über Facebook, das sich Joelle Großberndt und Zebide Bacir von Annika Kammer zeigen lassen, lassen sich auch kleine Nachrichten publizieren, die in anderen Medien vielleicht nicht veröffentlicht würden. Auch Aktualität wird hergestellt. Etwas wenn, so Jeucken, eine Veranstaltung ausverkauft ist. Dann muss sich keiner mehr ärgern, weil er keine Karte mehr bekommt.

Reinschauen kann jeder, mitmischen nur wer angemeldet ist. Wer einen Kommentar dazu abgeben möchte, dass Rainer Stawikowski, Chefredakteur des Aquarienmagazins „Datz“, vorbeigekommen ist und einen Bericht plant über „Schöne Aquarien in öffentlichen Räumen“, muss sich registrieren lassen.

Mindestens morgens und abends gibt’s neue Nachrichten für die Facebook-Gemeinschaft. Drei Administratoren sorgen dafür, dass nach Möglichkeit auch dreimal täglich Aktuelles nachgeschoben wird. Annika Kammer (24) nutzt Facebook auch privat. Neben ihr kümmern sich Auszubildende Laura Meier und Büchereileiter Bernd Jeucken.

Noch ist der Kreis der Freunde überschaubar. Die Zahl 100 will die Bibliothek zunächst knacken. Gut die Hälfte hat sie schon auf ihrer Seite. „Wir experimentieren“, fasst Jeucken zusammen.

 
 

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