Es kommt noch schlimmer

Hans Werner Olm  in der Gebläsehalle . Foto: Joachim Haenisch / WAZ FotoPool
Hans Werner Olm in der Gebläsehalle . Foto: Joachim Haenisch / WAZ FotoPool
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Komiker Hans Werner Olm lässt Zuschauer lachen und „Igitt“ rufen. Motto: „Mir nach, ich folge!“.

Hattingen..  „Wo bist du? In Hattingen“, ruft Hans Werner Olm. „Dieser wunderbaren, bezaubernden, sensationellen Weltstadt!“ Anmerkung: Das sind die wohlklingendsten Ausdrücke an diesem Abend in der Gebläsehalle. „Hattingen. Das Schönste, das man sich überhaupt vorstellen kann, ist hier herzukommen – und wieder wegzufahren.“

Sparen wir uns die Bemerkung am Schluss, doch damit sind die angenehmen Ausdrücke für diesen Abend abgehakt. Kann es also losgehen: Erst einmal streckt Olm dem Publikum stolz seine Plauze entgegen und kommt auf Fernsehshows zu sprechen. Klar, eine Anspielung auf Dirk Bach und das Dschungelcamp. „Wenigstens haben die sich da gut ernährt, es gab schließlich viel Eiweiß. Ich dachte ja, dass sie Dirk Bach am Ende braten, aber nein – zu viel Fett.“

Die ersten Lacher werden laut. Das Publikum ist allerdings recht überschaubar. Umso besser: Eine intime Atmosphäre für intime Gespräche, dachte sich wahrscheinlich der gute Olm. Lieb sind seine Worte natürlich nicht, derweilen hart und immer ein bisschen obszön und schamlos.

„Ihr in Hattingen seid ein gutes Testpublikum“, erkennt Olm und liest die ersten zwei Seiten aus seinem „geplanten Buch“ vor. Das klingt wie ein sehr mitleidserregender Tagebucheintrag: Olm geht in die Leberklause, wo eine Gabi ihn bedient. Zuerst hatte er ein paar Weizen, dann eine Frikadelle, „dann Gabi selbst“. Klar, die Frikadelle hing noch zwischen seinen Zähnen. „Igitt“, ruft eine Frau. Und sie weiß: Es kommt noch schlimmer .

Doch dann überrascht Olm mit einem Pianisten, der wunderschön am schwarzen Flügel spielt, und greift selbst zur Gitarre, um mit einer fröhlichen Melodie eine Parodie auf die Eurokrise zu trällern. Und nachdem er sich gegen den Schönheitswahn ausgesprochen hat, will er den Hässlichen Mut machen: „Ich sage immer: Schönheit vergeht, Hässlichkeit bleibt.“ Denn: „Es gibt ja nicht nur schöne Menschen auf der Welt, auch viele hässliche“, sagt er und wendet sich ans Publikum: „Hier hab ich auch schon zwei gesehen.“

Was ihn hingegen nicht schwärmen lässt, ist die Bereitschaft so vieler Jugendlicher unangebrachte Kommentare im Internet zu veröffentlichen. „Bei Facebook schreibt da eine: Ich hab einen eingewachsenen Zehennagel. Trauriger Smiley.“ Ein anderer schreibt um zwei Uhr nachts: „Kann nicht einschlafen.“ Olm regt sich auf: „Ja, vielleicht mal den Rechner ausmachen und pennen, du Eimer! Mehr Tasten als Gehirnzellen!“

Da kommt er schon ganz schön ins Schnauben und Stöhnen. Ein Gemisch aus Schnarchen und Gähnen. Hustend und krächzend, ächzend und stöhnend reckt und streckt er sich, hebt ein Bein hoch, dann das andere, bis er endlich die richtige Liegeposition im Bett gefunden hat. Schweres Atmen, das tut Mann aber überall gerne, erklärt Olm. Grunzen. Räuspern, Seufzen – „bei Männern gilt das als Gespräch“.

 
 

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