Erlebtes und Erfundenes

Verantwortliche und Finalisten: Tobias Roth, Moderator Dr. Jürgen Wilbert, Paula Fürstenberg, Hellmut Lemmer, Britt Badekow, Max Czollek, Kim de Fries, Geneva Moser und Schirmherr Ernst Voswinkel (v.li.). Foto: Joachim Haenisch / WAZ FotoPool
Verantwortliche und Finalisten: Tobias Roth, Moderator Dr. Jürgen Wilbert, Paula Fürstenberg, Hellmut Lemmer, Britt Badekow, Max Czollek, Kim de Fries, Geneva Moser und Schirmherr Ernst Voswinkel (v.li.). Foto: Joachim Haenisch / WAZ FotoPool
Foto: Haenisch / waz fotopool

Hattingen.  Acht Finalisten des Hattinger Förderpreises für Junge Literatur stellten ihre Texte im Stadtmuseum in Blankenstein vor.

„Es ist faszinierend, dass diese kleine Stadt Hattingen so eine in ganz Deutschland bekannte und anerkannte Preisverleihung auf die Beine stellt“, eröffnet Ernst Voswinkel, Schirmherr 2011, den 21. Hattinger Förderpreis für Junge Literatur. Acht Autoren im Alter von 16 bis 25 Jahren haben es ins Finale geschafft.

Ob mit Prosa oder Lyrik, die bisher unveröffentlichten Texte des Nachwuchses wurden im Stadtmuseum in Blankenstein vor einem literarisch interessierten Publikum vorgetragen. „Die Finalisten kommen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Den beiden besten wird dann ein Jury- sowie ein Publikumspreis verliehen“, so Hellmut Lemmer. Für viele ehemalige Preisträger sei dies der Auftakt in eine literarische Karriere gewesen, betont der Juror.

Nach einer musikalischen akustischen Einführung von dem Duo Merlin Schreiber und Naima Brandt mit dem Stück „Stand By Me“, erfüllt Stille den Raum und der erste Teil der Lesung beginnt.

Eine szenische Collage von Geneva Moser (23) mit dem Titel „Pretty Polly“ zeigt den Hörern verschiedene Sichtweisen auf eine psychische Erkrankung. Die Lesung ist geprägt durch Wiederholungen von Phrasen, medizinischen Begriffen und auch englischen Teilsätzen. Ein wirrer Eindruck entsteht, eben so, wie bei einer psychischen Erkrankung. „Ich möchte mich durch meine Texte ausprobieren und vor allem die Thematik durch meine Wortwahl bestmöglich darstellen“, betont die Literaturstudentin Geneva Moser.

Eine hingegen sehr realitätsnahe Kurzgeschichte erfahren die Zuhörer dann von Paula Fürstenberg (24). „Es geht um eine nächtliche Straßenbahnfahrt durch Zürich, in einem von einem Mädchen gefundenen fremden Paar Schuhen“, so die junge Autorin. In ihrer Geschichte kommen real Erlebtes und Erfundenes zusammen und schaffen ein Ganzes.

Doch nicht nur Prosa ist beim Hattinger Förderpreis für Junge Literatur vertreten. Tobias Roth (25) schreibt lyrische Texte, Gedichte: „Ich kann in ihnen persönliche Reflexe auf Erlebnisse, Emotionen oder Orte verarbeiten und mir selbst so am besten Ausdruck verleihen.“ Dabei hat er sich keine Grenzen gesetzt, klassische und moderne Stilmittel werden gemischt von ihm verwendet.

Zwei der Finalisten konnten allerdings nicht persönlich zur Lesung erscheinen, ihre Texte wurden dann von der Jury vorgestellt. Die anderen Kandidaten gingen wegen ihrer meist vielen Erfahrungen fast schon gelassen an ihre Lesungen heran. „Ich bin es schon gewöhnt, vor Publikum zu sprechen, allerdings hätte die Nacht doch etwas länger sein können“, sagt Britt Badekow (20) aus Wuppertal, die ein fiktionales Gespräch zwischen Mutter und Tochter vorträgt.

Nach allen acht Lesungen stimmten die Zuhörer über den Publikumspreis ab und die Jury verlieh den Jurypreis.

Die Sieger

Der Jurypreis ging an Paula Fürstenberg (24) aus Potsdam für ihre Kurzgeschichte „Nachts in fremden Schuhen“. Das Publikum wählte hingegen Geneva Moser (23) aus Biel in der Schweiz für den Publikumspreis mit ihrer szenischen Collage „Pretty Polly“ aus.

 
 

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