Eritrea-Hilfe unterstütztU3-Betreuung in Asmara

Helfen in Eritrea: (v.li.) Petra Waldschläger, Stefanie Gerlach, Johanna Fleischhauer, Irmgard Viertel und Renate Kropp-Olbertz.
Helfen in Eritrea: (v.li.) Petra Waldschläger, Stefanie Gerlach, Johanna Fleischhauer, Irmgard Viertel und Renate Kropp-Olbertz.
Foto: Funke Foto Services
Irmgard Viertel von der Hattinger Eritrea-Hilfe half bei der Betreuung von U3-Kindern in der Hauptstadt Asmara.

Hattingen..  Der Windelwechsel bei Babys in Eritrea funktioniert im Sauseschritt. „Ich hätte bestimmt doppelt so lange gebraucht“, sagt Irmgard Viertel, die für die Eritrea-Hilfe im November dort war und mitgeholfen hat, Kinder unter drei Jahren in der Hauptstadt Asmara zu versorgen. Die ehemalige Lehrerin vom Fachbereich Sozialpädagogik der Berufsbildenden Schulen an der Raabestraße hat ihre Kenntnisse als Pädagogin eingebracht und animiert, nicht nur auf Schnelligkeit zu setzen, sondern die Kleinen zu streicheln und mit ihnen zu sprechen.

Außerdem hat sie animiert zu Kniereiter- und Fingerspielen, zu anderen Sachen, für die es kein großartiges Spielzeug, sondern Fantasie braucht. An der Raabestraße hat Irmgard Viertel bis 2008 Erzieherinnen ausgebildet. Dann ist sie mit 60 in Rente gegangen. Der Pädagogik ist sie nach wie vor verbunden. In Hattingen, aber auch in Eritrea, wo sie Ende 2015 nicht nur zu Besuch war, sondern mitgearbeitet hat bei der Betreuung von U3-Kindern.

Im Bioladen Kraftvoll berichteten auch Johanna Fleischhauer, Initiatorin der Eritrea-Hilfe und einmal im Jahr vor Ort, und Physiotherapeutin Renate Kropp-Olbertz, die in diesem Monat nach Eritrea fliegt, wie die Situation im Moment ist. Petra Waldschläger und Stefanie Gerlach, die den Bioladen führen, haben ebenfalls Interesse daran. Sind sie der Eritrea-Hilfe doch seit Jahren verbunden. Den Erlös der Zehn-Jahres-Feier des Bioladens Kraftvoll in Höhe von 110 Euro übergaben sie bei dieser Gelegenheit. Der Inhalt einer Sammelbüchse, die ebenfalls aufgestellt worden war, muss noch gezählt werden.

Kinder von sechs Monaten bis zum vierten Lebensjahr besuchen die einem Hospital angegliederte Krippe. Eine private Einrichtung, in der es Mittagessen und zwei Snacks gibt und zwei Mitarbeiterinnen für zehn Kinder. „Davon können wir noch etwas lernen“, finden die Mitstreiterinnen der Eritrea-Hilfe.

Sie unterstützen körperlich und geistig behinderte Kinder. Solche, deren Gehirn während der Geburt zu wenig Sauerstoff bekommen hat. Obwohl es seit 2007 verboten ist, werden auf dem Land noch Frauen beschnitten. Auch von den eigenen Müttern, die fürchten, die Tochter gelte sonst als unanständig und finde keinen Mann. „Alte Traditionen zu ändern dauert“, sind sich die Eritrea-Helferinnen einig.

Sie wollen die Sinneswahrnehmung schärfen, statt die Sinne zuzudröhnen. Zeigen, dass es auch ohne Permanentgedudel vom CD-Spieler geht, sei der Besitzer auch noch so stolz auf das Gerät. Zeigen, wie man Kinder anregen und entspannt mit ihnen spielen kann.

 
 

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