Eine Tafel für alle Notfälle

Foto:Svenja Hanusch
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Der Arbeitskreis „Zukunft des Alters“ hat eine Karte mit Telefonnummern für den Ernstfall erarbeitet. Für ältere und in ihren Aktivitäten eingeschränkte Bürger.

Hattingen..  Der Alltag mag ja noch funktionieren. Doch was ist, wenn bei älteren und in ihren Aktivitäten eingeschränkten Bürgern ein Ernstfall eintritt? Wo ruft man an, wenn einem die EC-Karte abhanden gekommen ist? Wo findet man Hilfe bei Einsamkeit, in sozialer Not? Und was soll man tun, wenn es einem gesundheitlich plötzlich ganz schlecht geht und man dringend einen Arzt benötigt?

In solchen Fällen sofort die passende Information parat zu haben, ist für viele anders als leicht; das weiß auch Hans Hartung von der Nachbarschaftshilfe für Senioren bestens. Deshalb hat er gemeinsam mit den übrigen Mitgliedern des Kick-Arbeitskreises „Zukunft des Alters“ die Hattinger Notfall-Telefontafel erarbeitet. Sie soll insbesondere den rund 15 000 Hattingern über 65 Jahren auf einen Blick den Kontakt zu kompetenten Helfern benennen.

Von der Polizei bis zur städtischen Pflegeberatung, vom Ärztlichen Bereitschaftsdienst bis zum Apotheken-Notdienst, von der Feuerwehr bis zur Telefonseelsorge: Die Papptafel im DIN-A 4-Format listet die wichtigsten Nummern für Notfälle auf. Ergänzen sollen Bürger ihre Telefontafel zudem durch persönliche Angaben – etwa zum eigenen Hausarzt; zum Nachbarn; zum Pflegedienst; zu einer vertrauten Person, die bevollmächtigt ist, im Ernstfall für einen (lebens)-wichtige Entscheidungen zu treffen. So sollen Ärzte, Rettungssanitäter und andere Helfer im Fall der Fälle wichtige Informationen über das soziale Netzwerk des Betroffenen erhalten. Die Notfall-Karte sollten Bürger daher nicht zuletzt auch für diese gut sichtbar in ihrer Wohnung aufhängen – an der Eingangstür, im Flur, über dem Telefon, neben dem Bett.

„Es gibt zahlreiche Hilfsangebote in der Stadt“, betont Hartung, Doch sei der Arbeitskreis „Zukunft des Alters“ davon überzeugt, dass diese vielen Menschen „nicht so bekannt sind“. Die Notfall-Tafel wird zunächst in einer Auflage von 10 000 Stück gedruckt, bei Bedarf soll eine weitere Auflage herausgegeben werden. Das Erstkontingent wird von heute an in Hattingen kostenlos verteilt (siehe Infobox).

Dass die Notfall-Karte ausschließlich nichtkommerzielle Dienste sowie ehrenamtliche Hilfen auflistet, so dass auch finanziell schwächer Gestellte die Angebote nutzen können, betont Hartung. Denn: „Kosten sollten im Notfall keine Hürde für die Inanspruchnahme von Hilfe darstellen.“

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