Eine Reise zu den Gräbern des Kolonialkriegs

Foto: Udo Kreikenbohm/WAZ FotoPool
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Unfassbares hören Zuschauer beim Bericht über Namibia.

Hattingen..  Namibia – vertrocknete Graslandschaften, gigantische Wüsten, Sterndünen sowie Löwen in freier Wildbahn. Und obwohl das alles so exotisch klingt, gibt es viele deutsche Spuren in diesem afrikanischen Land. Warum das einerseits schön ist und andererseits traurig macht, erklärte Hans-Walter Niermann bei seinem Dia-Vortrag im Seniorenzentrum Kick an der Augustastraße.

„Namibia ist etwa doppelt so groß wie Deutschland, hat aber nur zwei Millionen Einwohner“, so Niermann, „dort gab es lange Zeit eine deutsche Kolonie, seit 1990 ist Namibia unabhängig.“ Er zeigt beeindruckende Bilder von seiner Reise – viele Häuser und Kirchen sehen deutsch aus. „In der Hauptstadt Windhoek treffen sich die letzten Deutschen zum Gottesdienst. Man findet auch einen deutschen Buchladen und Cafés mit deutschem Kuchen.“ In der Kolonialzeit bauten die Deutschen Eisenbahnen. „Damals noch mit Dampfbetrieb, das war gar nicht so einfach, denn dafür brauchte man Wasser.“ Wasser – in einem Land, in dem sich Zebras, Elefanten und Strauße in der Trockenzeit um ein Wasserloch scharen.

In der Stadt Swakopmund gibt es viel Wasser – den Atlantik. Dort unternahm Niermann eine Bootsfahrt und besichtigte viele Kegelrobben, auch Pelikane flogen über das weite, dunkle Meer. Die zahlreichen Zuschauer im Kick folgen gespannt der Dia-Show. Besonders interessant sind auch die Fotos, die große orangene Steine mit Höhlenmalereien zeigen: Abbildungen von Giraffen sind zu erkennen. „Diese Gravuren sollen vom Volk der San stammen und haben wahrscheinlich eine magische Bedeutung. Die Zeichnungen sollen mindestens 5000 Jahre alt sein. Die San waren Jäger und Sammler“, berichtet Niermann. Dann folgt ein Foto von einem afrikanischen Elefanten. „Unfassbar: Bei Wanderungen können sie vier Tage ohne Wasser auskommen“, sagt Niermann und erstaunt die Zuhörer.

Genauso unfassbar: Da ist ein Foto eines deutschen Friedhofs. Die Geschichte geschah Anfang des 20. Jahrhunderts: Ein Kolonialkrieg mit dem Volk der Hereros. „Die Deutschen töteten und vertrieben das Volk, dabei starben mehr als 80 000 Hereros“, sagt Niermann. Die meisten Hereros verdursteten in der Wüste. Für die dagegen wenigen deutschen Tote gab es ein Grabmal. „Wie schön es auch ist, in Namibia deutschen Kuchen zu essen, gleichzeitig wird auch eine schwere Last auf unseren Schultern geladen.“

 
 

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