Einbruchszahlen steigen laut Polizei rapide

Foto: imago/Kraehn
20 Prozent mehr Einbrüche als im Vorjahr. Immer mehr professionelle Banden aus Südosteuropa seien im Kreis unterwegs, heißt es. Erbeutet würden vorwiegend Bargeld, Schmuck und teure Autos.

Hattingen..  Nach zwei Jahren rückläufiger Zahlen bei den Wohnungseinbrüchen im Ennepe-Ruhr-Kreis vermeldet die Kreispolizei für 2015 wieder einen Anstieg um 20 Prozent. Mehr denn je sind die Bürger aufgefordert, bei der Verhinderung beziehungsweise Aufklärung von Straftaten mitzuhelfen.

Die genauen Zahlen für 2015 stehen noch unter Ministervorbehalt. Sprich: Die Kreispolizeibehörde darf sie öffentlich nicht beziffern, solange das Okay aus Düsseldorf fehlt. Das wird Anfang März kommen. Polizeisprecher Dietmar Trust lässt jedoch schon wissen: „Wir verzeichnen 2015 eine Steigerung gegenüber dem Vorjahr um 20 Prozent. Damit haben wir leider wieder das Niveau von 2012 erreicht.“

Die Polizeistatistik 2012 wies für den Ennepe-Ruhr-Kreis insgesamt 824 Wohnungseinbrüche auf. Darin enthalten sind auch alle aktenkundigen Einbruchsversuche. 2013 waren es 719, im Jahr darauf 656. Im vergangenen Jahr ging die Zahl wieder steil bergauf.

Hauptverantwortlich für den Anstieg seien Täter aus dem südosteuropäischen Raum, heißt es. „Wir können das anhand unserer Festnahmen in den vergangenen Monaten sehen“, sagt der Erste Kriminalhauptkommissar Uwe Schmidt. Viele Täter sind demnach bandenmäßig organisiert. Sie haben es auf Bargeld oder Schmuck abgesehen. Die Beute landet häufig im Ausland. Manchmal geht es auch um teure Autos. Im vergangenen Jahr wurden im Kreis mehrere Fälle von Carjacking aktenkundig. Dabei brechen die Täter ein, um an die Schlüssel für die Fahrzeuge vor der Haustür zu kommen. Typisch für bandenmäßig organisierten Einbruch sei das arbeitsteilige Vorgehen, erklärt Kriminaloberrat Helmut Seelig, Leiter der Direktion Gefahrenabwehr: „Der eine steht Schmiere, der andere bricht ein.“

Die Aufklärungsquote bei Einbrüchen ist niedrig. Sie schwankt seit Jahren zwischen zehn und 18 Prozent, so Uwe Schmidt. Die Methoden der Ermittler und die Wohnungssicherungen würden zwar immer besser, die professionell vorgehenden Täter aber immer raffinierter. „Die Polizei lernt dazu, die Täter leider auch“, so Trust. „Professionelle Einbrecher haben heutzutage Handschuhe an und sehen zu, dass sie keine DNA-Spuren hinterlassen“, führt Sprecherin Laura Schäfer aus. Das unterscheide die Profis von Beschaffungskriminellen oder von Einbrechern, die dem Umfeld ihrer Opfer angehören. „Diese Täter gehen viel ungeschickter vor. Die haben wir meistens ganz schnell“, so Kriminaloberrat Helmut Seelig.

„Unser wichtigster Ermittlungsansatz ist die Aufmerksamkeit in der Nachbarschaft“, sagt er. Wer eine verdächtige Person oder etwas Verdächtiges beobachtet, solle nicht zögern, die Polizei zu informieren.

 
 

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