Ein Tag, an dem Männer gerne putzen

Alex Rauls (19) und Phillip Barkau (18) nutzten das Frühlingswetter am Freitag, um ihre Autos auf Hochglanz zu putzen.
Alex Rauls (19) und Phillip Barkau (18) nutzten das Frühlingswetter am Freitag, um ihre Autos auf Hochglanz zu putzen.
Foto: WAZ FotoPool
Das erste Eis des Jahres essen, das Auto waschen oder barfuß in die Ruhr steigen – so genießen Hattinger die Sonne

Hattingen..  Was tun die Hattinger an einem sonnig-warmen Tag am liebsten? Erstaunlich: Männer putzen gerne – ja, das stimmt. Aber natürlich nicht den Hausflur oder die Küchentheke, nein, das geliebte Auto. Die Schlange an der Waschstraße Cleanline spricht für sich. Hier wird gesaugt und poliert, bis der schöne Schlitten in der Sonne glänzt.

„Wenn das Auto sauber ist, kann man besser rausgucken, bei dem super Wetter auch die Fensterscheiben herunterlassen und es macht richtig Spaß, durch die Gegend zu fahren“, sind sich Alex Rauls (19) und Phillip Barkau (18) einig. Außerdem scherzen sie: „Der Sprit ist ja so billig, da fahren wir gerne mit dem Auto herum.“ Motiviert greifen sie nach einem Eimer mit Wasser, nach dem Schwamm und verpassen dem Auto die erste Wäsche des Jahres. Auch Vater Thorsten Heldt (43) reinigt gemeinsam mit Sohn Jannis (9) den Wagen. „Wir wollen den Winterdreck wegbekommen“, sagen sie. Klar, so macht Putzen den Männern Spaß.

An der Ruhr spielen Autos keine Rolle. Die Vögel zwitschern schon, nur die Äste der Bäume sind noch kahl. Die Sonnenstrahlen funkeln auf dem Flusswasser. Am Toten Arm der Ruhr ist es absolut windstill und sehr warm. Alexej Korjak (20) zieht sich die Schuhe aus, läuft zum ersten Mal in diesem Jahr barfuß durch das Gras und steigt in die Ruhr. Freundin Sabina Zalucki (19) und Hund Bim (2) sehen vom Ufer aus zu. „Das Wasser ist sehr kalt“, ruft er. Der Malteser-Mischling fängt daraufhin an, wilde Haken zu schlagen, tobt vergnügt umher. „Wir sind schon seit zwei Stunden hier an der Ruhr, spazieren und sitzen am Steg“, sagen sie. Ein paar Fahrradfahrer sausen oben am Leinpfad unter dem blauen Himmel entlang.

Auch Ursula Bühne (42) und Klaus Stieglitz (42) können die ersten warmen Sonnenstrahlen des Jahres genießen. Auf einer blauen Decke sitzen sie, schließen die Augen oder schauen aufs dunkle Wasser. Er hat einen Cowboyhut und Stiefel an, sie die Schuhe ausgezogen.

Richtung Blankenstein sind Motorradfahrer unterwegs, auch Radler fahren schon auf den Straßen. Auf dem Platz zwischen Stadtmuseum und Kirche sitzt ein Pärchen auf der Bank, ein Mann im Rollstuhl und eine Frau daneben richten ihre Gesichter der Sonne entgegen.

Bei gutem Wetter lockt vor allem das Eiscafé Filippin Bürger und Touristen nach Blankenstein. „Wir mussten uns einen Platz hart erkämpfen“, sagt Patrick Zollingkoffer (21) lachend. Freundin Antje Wolf (20) erklärt: „Es war gerade sehr voll, da sind wir erst noch zur Burg gelaufen und haben uns ein bisschen umgesehen, bis ein Tisch frei war.“ Jetzt freuen sich die beiden Studenten über einen großen Erdbeerbecher und ein Pizza-Eis mit vielen Früchten. Vanilleeis mit Kiwi, Johannisbeeren und Banane – das ist doch mal eine schöne Abwechslung zum Uni-Stress. Patrick Zollingkoffer studiert nämlich Jura und Antje Wolf Germanistik und Kunst. Super, dass Semesterferien sind und sie etwas Freizeit genießen können. „Das Eis passt gut zum Wetter. Es ist unser erstes Eis in diesem Jahr.“

Egal, ob man zum ersten Mal im neuen Jahr das Auto wäscht, barfuß über die Ruhrwiese läuft und ins Wasser steigt oder den ersten Erdbeerbecher nascht: So unterschiedlich die Hattinger den warmen Tag auch nutzen, eines haben sie alle gemeinsam: Die Sonnenbrille ist immer dabei und die gute Laune – natürlich.

 
 

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