Ein Kreuz aus Zimt, eins aus Telefonkabel

Philipp Valenta. Foto: Udo Kreikenbohm/WAZ FotoPool
Philipp Valenta. Foto: Udo Kreikenbohm/WAZ FotoPool
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Installationen zum Ursprung des christlichen Glaubens: Die Ausstellung des freien Künstlers Philipp Valenta ist in der St.-Georgs-Kirche zu sehen.

Hattingen..  Wie ein Kreuz aussieht, weiß jeder – doch Philipp Valenta (24) überrascht mit seinen Kreuzen: „Weil der Ursprung des christlichen Glaubens in Vorderasien liegt, habe ich Kreuze aus Hölzern und Gewürzen gestaltet, deren Geruch man sofort in der Nase hat, wenn man an diese Region denkt: zum Beispiel Kreuze aus Zimtstangen.“ Am heutigen Samstag wird seine Ausstellung um 18 Uhr in der St.-Georgs-Kirche eröffnet – im Rahmen einer kammermusikalischen Vesper.

Besucher sehen etwa zwölf Installationen, darunter das Zimtkreuz. „Mit Zimt würzen Menschen in Vorderasien ihre Speisen, es ist ein wichtiges Exportprodukt, die Bewohner arbeiten täglich damit“, erklärt der Student der Freien Kunst an der Bauhaus-Universität in Weimar. Gleichzeitig ist Philipp Valenta auch freier Designer und Künstler im kirchlich-sakralen Bereich.

Als ehemaliger Konfirmand der St.-Georgs-Kirche kennt der Hattinger sich mit dem christlichen Glauben aus. Doch so spannend er den Ursprung des christlichen Glaubens findet, warnt er gleichzeitig auch mit seinen Installationen. „Manche Menschen sind von ihrer Religion, vom christlichen Glauben abhängig.“ Ein Kreuz, das aus Telefonkabeln und Klingeldraht zusammengesteckt ist, soll die menschliche Abhängigkeit symbolisieren.

Als Philipp Valenta für eine Studienexkursion nach Italien reiste, fiel dort in dem Haus, in dem er wohnte, der Strom aus. „Als es dunkel wurde, hatten wir kein Licht, es gab auch keine Kerzen zum Anzünden. Außerdem haben wir uns gefragt, was wir mit dem Essen im nicht funktionierenden Kühlschrank machen“, erinnert er sich. „Da wurde mir bewusst, wie abhängig wir sind.“

Seine Installationen haben die Form vom griechischen Kreuz. Auch Süßholz und kleine Tropenhölzer hat Philipp Valenta verarbeitet. „Die Holzart Amaranth hat eine glänzende, violette Farbe.“ Aus einem Laden in Weimar hat er Reste von Holzbildhauern gekauft. In Hinblick auf das Material stellt er sich die Frage nach dem Begriff Luxus. „Barockkreuze sehen mit Verzierungen aus Gold edel aus. Im Mittelalter waren aber auch Pokale aus Kokosnuss kostbar, weil sie selten waren.“

Die Kreuze von Philipp Valenta sind zwar außergewöhnlich, aber auch schlicht. „Nach dem Zitat von Luther: Das Schlichte ist in allen Künsten das Schönere.“ „Außerdem stehen die Kreuze unter guten Sternen – unter dem schönen Deckengewölbe der Kirche – bis zum Sonntag, 1. April.

 
 

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