Ein Helm für jeden Kopf

Foto: ZB
Die Reha-Klinik in Holthausen startet einen Aktionstag zur Prävention von Schädel-Hirn-Traumata. Viele Akteure machen am 22. August mit.

Hattingen.  In den Ländern der westlichen Welt zählt ein Schädel-Hirn-Trauma zu den häufigsten Todesursachen bei Menschen unter 40 Jahren. Bei den 15- bis 20-Jährigen ist diese Kopfverletzung sogar die häufigste Ursache – meist als Folge von Verkehrs- oder Sportunfällen, seltener durch Gewalteinwirkungen. Schätzungen gehen davon aus, dass in Deutschland 248 000 Menschen jährlich ein Schädel-Hirn-Trauma erleiden. Für ein Prozent der Betroffenen endet die Verletzung tödlich, für die meisten anderen mit schwerwiegenden Folgen.

Folgen, mit denen die Ärzte- und Pflegeteams an der Helios-Klinik in Holthausen täglich zu tun haben. Rund acht Prozent aller Patienten landen nach einem Schädel-Hirn-Trauma in der Reha jenes Hattinger Krankenhauses. Meist war ein Sturz die Ursache. In knapp acht Prozent aller Fälle allerdings traf es einen Radfahrer ohne Helm. Genau an diesem Punkt setzt die Klinik jetzt an. Und organisiert einen groß angelegten Aktionstag unter dem Motto „Ein Helm für jeden Kopf“.

Vorbeugung steht im Mittelpunkt, wenn am Freitag, 22. August, von 10 bis 16 Uhr auf dem Klinikgelände an der Straße Am Hagen viele Akteure an einem Strang ziehen. Dabei sind: die Verkehrserziehung der Kreispolizei mit einem Infostand, die Feuerwehr Hattingen mit einem Löschfahrzeug, der Reiterhof Worch mit Ponys und Reiterhelmen, Fahrrad Wurm mit einem Fahrrad-Parcours und Fahrradhelmen, Rollsport-Trainerin Hilde Hofacker mit einem Inline-Skating-Sicherheitskurs samt Ausrüstung, der ADAC mit einem Fahrrad-Geschicklichkeitsparcours, die Kinderneurologiehilfe Münster, der Rettungsdienst Med-Care mit einem Intensiv-Transportwagen, die Polizei mit Vorträgen für Schulklassen sowie natürlich die Ärzte und Pfleger der Helios-Klinik mit vielen Einblicken in den Reha-Alltag. Alle Besucher sind eingeladen, ihre eigenen Räder oder Inliner mitzubringen. Der Eintritt ist frei.

„Ganz besonders bei niedrigen Geschwindigkeiten um Tempo 20 oder 30 sind Helmträger im Falle eines Unfalls deutlich im Vorteil“, sagt Dr. Volker Völzke, Initiator des Aktionstages. Gerade in diesen Fällen könnten schwere Verletzungen des Kopfes, die sonst das tägliche Leben massiv beeinflussen, verhindert oder zumindest abgemildert werden. „Viele Unfallopfer, die keinen Helm getragen haben, können am Ende trotz Reha nicht mehr in die Schule oder an den Arbeitsplatz zurückkehren.“

Völzke rechnet zudem künftig mit steigenden Zahlen in der Opfergruppe der Senioren: „Viele haben Jahre nicht mehr auf dem Rad gesessen und steigen nun aufs ­E-Bike – da kommt was auf uns zu.“

 
 

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