Ein blutiger Thriller als Erstling

Bärbel Schwarz und ihr erstes Buch: Der Entwurf für den Umschlag stammt von ihrer Enkelin.
Bärbel Schwarz und ihr erstes Buch: Der Entwurf für den Umschlag stammt von ihrer Enkelin.
Foto: Fischer / Funke Foto Services
Die Hattingerin Bärbel Schwarz ließ sich von einem Fernsehbericht über Straßenkinder zu ihrem Thriller über Russland inspirieren.

Hattingen..  Das dicke Einschussloch mitten auf der Stirn auf dem Cover des Thrillers ist blutrot – wie der ganze Kopf. „Ganz schön brutal“ findet das wohl nicht nur der Fotograf, der die Neuerscheinung samt Autorin im Bild festhält. Auf den Seiten danach geht es bei Bärbel Schwarz, die ihr erstes Buch präsentiert, auch ganz schön brutal zu.

Die Hattingerin und ihre Verlegerin Manuela Klumpjan wollten eigentlich lieber die gezeichnete Szene mit beiden Hauptfiguren, der Russlandreisenden Lea und Straßenkind Nikolai, die jetzt den Rückumschlag ziert, vorne haben. Sie ließen sich aber von Lisa Neumann, von der das Covermotiv stammt, und Covergestalter Michael Frädrich eines Besseren belehren. Lisa ist 18 und Bärbel Schwarz’ Enkelin. „Sie ist stolz auf mich“, freut sich die Autorin, die schon immer gern geschrieben und ihrer Tochter, die sie im Alter von 19 Jahren bekommen hat, Märchen und selbst erfundene Geschichten vorgelesen hat.

Ein Bericht im Fernsehen über Straßenkinder in Russland hat sie aufgewühlt und zu dem Thriller inspiriert, der als einer „mit Herz und Verstand“ angekündigt wird, der den Leser „direkt nach Russland bringt, mit all seinen schönen und negativen Seiten dieses Landes“. Er hätte auch in Rumänien oder woanders spielen können. Auch wenn sie früh Gedichte geschrieben hat, noch eher als Deutsch war Geschichte ihr Schwerpunkt. „Das merkt man auch“, bestätigt ihre Verlegerin, die fasziniert ist, wie sich die Charaktere im Buch weiterentwickeln.

Auch als ihre Tochter klein war, hat Bärbel Schwarz gern geschrieben, wenn es die Zeit erlaubte. Beruflich hat sie eine kaufmännische Lehre gemacht. War selbstständig, hatte ein Blumengeschäft. „Ich habe einiges ausprobiert, war immer berufstätig“, sagt die Hattingerin. Heute ist sie es nicht mehr, kümmert sich aber zwei- bis dreimal die Woche für drei bis vier Stunden um ihre Mutter, die in einem Altenheim lebt. Dass ihr Buch jetzt erschienen ist, findet sie schön. Seit mindestens drei Jahren ist es fertig. Es zu schreiben, hat sechs, sieben Jahre gedauert. Bärbel Schwarz hat schon vorher einen Versuch gemacht, es zu veröffentlichen, doch der Verlag sei pleite gegangen.

Seit zweieinhalb Jahren notiert sie Einfälle nicht mehr auf losen Blättern, die sie nummeriert, sondern schreibt Geschichten ins Notebook. Im Sommer gern auf dem Balkon. Sie wandert aber auch durch die Wohnung und sucht einen Platz zum Schreiben. Das nächste Buch ist in der Mache, doch darüber verrät die Autorin nichts. Jetzt wird erst mal ihr Erstling vermarktet, das „Abenteuer zwischen Korruption, Verschwörung und Kindesmissbrauch“.

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