Drogen in Blut und Kofferraum

Nicht immer ist ein Mengenrabatt von Vorteil – schon gar nicht, wenn es um Drogen geht. Ein 42 Jahre alter Wittener war sich eines günstigen Geschäfts sicher, doch sollte sich das vermeintliche Schnäppchen letztlich als Milch-Mädchen-Rechnung erweisen.

Der Speditionsangestellte hatte sich im vergangenen Jahr zum Vorzugspreis mit reichlich Betäubungsmitteln eingedeckt und wurde dafür am Mittwoch im Amtsgericht zu einer Bewährungsstrafe von 15 Monaten verurteilt. Der Gelegenheits-Konsument war im März 2014 bei einer Pkw-Kontrolle auf der Martin-Luther-Straße mit Drogen in Blut und Kofferraum aufgefallen. Bei einer anschließenden Wohnungsdurchsuchung fand die Polizei 49 Gramm Marihuana, zwölf Gramm Amphetamine und ein gutes Gramm Extasy. Die Gesamtmenge lag leicht über der Definition von geringfügigen Mengen.

„Das war ein günstiges Angebot, das ich nicht ausschlagen konnte. Ich habe damals unregelmäßig kleine Mengen zu mir genommen. Allerdings immer nur am Wochenende, bevor ich auf Partys gegangen bin“, berichtete der Angeklagte und ergänzte, dass er für besagten Großeinkauf nur 400 anstatt der üblichen 600 Euro bezahlt habe und mit dieser Menge ein ganzes Jahr auskommen würde. „Das ist wohl wie bei gutem Whiskey. Der wird auch nicht schlecht“, scherzte der Richter. Dass der 42-Jährige erwischt wurde, hatte den sofortigen Führerscheinentzug zur Folge und dazu geführt, dass er statt als Lkw-Fahrer fortan nur noch als Lagerist arbeiten darf. „Das war ein Schock für mich, durch den sich der Drogenkonsum erledigt hat. Es war mir eine Lehre, die vielleicht auch nötig war“, beteuerte der Berufskraftfahrer, dass er nach polizeilicher Einziehung seiner Bestände seitdem nie mehr etwas nachgeordert habe.

Staatsanwaltschaft und Gericht attestierten dem Beschuldigten übereinstimmend bereitwillige Geständigkeit sowie eine positive Sozialprognose und begründeten so die Beschränkung auf eine Bewährungsstrafe. Allerdings ist der Wittener aufgrund einer einschlägigen Vorstrafe darüber hinaus zu einer Geldstrafe von 300 Euro verurteilt worden.

EURE FAVORITEN