Drittbester Jugendchor des Landes

Der Kinder- und Jugendchor Factory der Music Factory Hattingen ersang sich die Bronzemedaille beim Landeswettbewerb „Jugend singt“.
Der Kinder- und Jugendchor Factory der Music Factory Hattingen ersang sich die Bronzemedaille beim Landeswettbewerb „Jugend singt“.
Foto: Haenisch / waz fotopool
Music Factory erfolgreich im Wettstreit mit knapp 50 Chören beim Landeswettbewerb der Kinder- und Jugendchöre. Wunsch: Lobby für Chöre.

Hattingen..  Chöre sind nicht in. Fast alle haben Nachwuchssorgen. Dass es auch anders geht, zeigt der Kinder- und Jugendchor Factory. Und der ist gerade sehr erfolgreich: Beim Landeswettbewerb der Kinder- und Jugendchöre aus Nordrhein-West­falen belegte der Sängernachwuchs den dritten Platz.

Einen Grund für die Nachwuchssorgen vieler Chöre kennt auch Gabriele Petersen, Vorsitzende des Kinder- und Jugendchors Factory: „Die meisten Chöre haben es in den vergangenen Jahrzehnten einfach verpasst, ent­sprechende Werbung für sich zu machen und neue Mitglieder zu werben.“

In der seit mittlerweile vier Jahren bestehenden Factory kommen regelmäßig etwa 30 Kinder und Jugendliche zum gemeinsamen Proben zusammen. Ihre Belohnung für die viele harte Arbeit gab es jetzt: Beim Landeswettbewerb der Kinder- und Jugendchöre aus NRW „Jugend singt 2014“ in Dortmund konnten die Sänger in ihrer Kategorie die Bronzemedaille gewinnen. Gegen knapp 50 Chöre mit insgesamt über 750 Kindern sind die Hattinger dabei an­getreten.

Der dritte Platz wurde jetzt in den Proberäumen im Haus der Jugend gefeiert. „Vor vier Jahren hat noch keiner eine Socke auf uns gewettet “, freut sich Chorleiter Gerd Siebert über den Erfolg. Er beschreibt seinen Chor als einen Bühnen- und nicht unbedingt als Wettbewerbschor. „Wir wollen das Publikum begeistern, das ist unser höchstes Ziel.“

Beim Wettbewerb hätten er und seine Truppe andere Mitstreiter als einschläfernd empfunden. „Die Hattinger, die können was“, sei es dagegen in der Pause auf den Fluren zu hören gewesen. Mit modernen Liedern wie Rihannas „Diamonds“ oder dem Klassiker „Eye Of The Tiger“ haben sie das Publikum auf ihre Seite gezogen.

Keine Selbstdarsteller gefragt

Generell haben Chöre kaum eine Lobby. Sendungen wie „The Voice of Germany“ oder „Deutschland sucht den Superstar“ seien sogar kontraproduktiv: „Wir brauchen keine Selbstdarsteller, sondern Teamplayer“, so Petersen. „Wer erst einmal in einem Chor singt, weiß wie viel Spaß das gemeinsame Singen macht.“

„In der Gruppe zu singen macht einfach viel mehr Spaß als alleine“, findet auch Corinna (12). „Solange nur ein- bis zweimal in der Woche geprobt wird, werde ich immer die Zeit dafür finden“, betont sie. „Außerdem müssen wir in zwei Jahren schließlich noch einmal bei dem Wettbewerb antreten“, pflichtet ihr Janina bei. Die 13-jährige ist etwas enttäuscht über den dritten Platz. „Ich finde, wir waren echt gut und haben eine bessere Platzierung verdient.“ Dafür heißt es nun wieder viel üben – bis zum nächsten Wettbewerb.

 
 

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