Die Uni in die Tasche stecken

Tom Thelen

„Wo um Himmels Willen ist der Geisteswissenschaften A Flachbau Ost, Ebene 03?“ – „Wie komme ich von NA-Nord nach NA-Süd, irgendwie ist da eine Bibliothek im Weg?!“ -- „Und was gibt es überhaupt zu essen?“ Früher, davon wissen Ehemalige ein Lied zu singen, konnte man sich auf dem Campus der Ruhr-Uni verirren. Heute holt der moderne Student sein Smartphone heraus, orientiert sich per Kamera oder Karte nebst GPS-Daten und guckt bei der Gelegenheit auch gleich einmal, was die Nudeltheke so bereit hält.

Die App, die das möglich macht, ist ein „überwältigender Erfolg“, freut sich der Leiter der Stabsstelle eLearning der Ruhr-Universität. Inzwischen wurde sie mehr als unglaubliche 32 000 Mal heruntergeladen und steht in den einschlägigen qualitativen Bewertungsportalen zudem noch glänzend da.

Zur Entwicklung und Einführung habe man sich bewusst entschieden, die App breit aufzustellen. Andere Hochschulen bieten grade einmal den Mensaplan an, das Ruhr-Uni- Produkt sei da weithin einzigartig. Stolz ist Hansen vor allem auf die integrierten Lernprogramme, mRUBit denen man Studieninhalte nacharbeiten oder organisieren kann -- nach den Essensinfos nimmt dieser Service den zweiten Platz ein.

Immer wieder zum Semester­beginn stiegen auch die Zugriffe auf die extra entwickelte interaktive Campuskarte stark an, berichtet Hansen, doch diese Zugriffe gingen nach der ersten Orientierung der Jungakademiker wieder herunter.

Der personelle Aufwand für die Betreuung und Aktualisierung der inzwischen prominenten elektronische Studienhilfe hält sich in Grenzen. „Das meiste waren nur Schnittstellen-Arbeiten, ein hoher Prozentsatz der Inhalte gehen automatisch in die App“. So wandern etwa Infos, die die Pressestelle auf der Internetseite veröffentlicht, automatisch in die Telefone der Nutzer. Auch der Katalog der Bibliothek oder die Informationen des Akafö aktualisierten sich über feste Schnittstellen. Dagegen gebe es einen gezielt „subjektiven“ Bereich von Tipps für Studierende, den ein einzelner Student „redaktionell“ betreue. „Der hat da alle Freiheiten“, so Hansen.