Die Steilwand des Isenbergs

Foto: Fremdbild
Heimatfreund Gerhard Wojahn berichtet heute über den Teil unterhalb der Burg.

Hattingen..  Als die Spaziergänger vor hundert Jahren von Hattingen kommend auf dem Ruhr-Leinpfad flussabwärts wanderten, blickten sie über den großen Ruhrbogen hinweg auf die steile kahle Wand des Isenbergs. Sie sahen neben der Straße nach Niederwenigern eine Ziegelei mit hohem Schornstein. Damals existierte vom Werksgelände am Fuße der Steilwand aus zunächst eine Pferdeeisenbahn zum Güterbahnhof Hattingen, die im Jahr 1889 auf Dampfbetrieb umgestellt wurde.

Weiter links vor der Felswand befand sich seit 1845 ein Steinbruch. 1914, als im Laufe der Jahrzehnte von dem Steinbruchunternehmen bereits große, bedeutende Abschnitte der Felswand weggesprengt waren, rutschte plötzlich ein Teil der Burgmauer vom Bergkamm zu Tal. Der Steinbruchbetrieb wurde stillgelegt, um die Demolierung der Burgruine zu stoppen.

Die weiteren Zerstörungen im 19. Jahrhundert durch einen Ruinensteinbruch und den industriellen Steinbruch an der Ostflanke des Berges mit dem Verlust eines Viertels des gesamten Burgareals lassen Größe und Bedeutung dieser einst mächtigen romanischen Burganlage in den vorhandenen Ruinenresten nur noch ahnen.

Der Steinrutsch motivierte Rektor Emil Frei von der katholischen Weiltorschule Hattingen, das Theaterstück „Der sterbende Berg“ zu schreiben. Premiere des romantischen Trauerspiels war am 22. Juli 1922, vorgetragen von Schülern der Weiltorschule auf dem Isenberg im Wald vor dem Halsgraben.

In den Jahren 1932/1933 sind die „Freilichtspiele Isenberg“ durch Hauptschullehrer Karl Vaupel aus Niederbonsfeld, einem Mitglied der „Künstlervereinigung Ruhrland, gegründet worden. Durch die Mitwirkung von Eltern der Schulgemeinde Niederbonsfeld entstand neben dem Halsgraben der Isenburg ein zweitausend Zuschauer fassendes Freilichttheater. Die Einweihung fand am 3.9.1933 mit der Uraufführung des historischen Schauspiels „Friedrich von Isenberg“ statt.

Ich erinnere mich selbst gern an die Jahre 1936/37, als die Laienspieler aus Niederbonsfeld das Publikum mit dem Stück „Ali Baba und die 40 Räuber“ erfreute. Mit Beginn des Zweiten Weltkrieges wurden die Aufführungen eingestellt.

Das Ziegeleiwerk wurde 1938 abgebrochen und das Umfeld sowie die Felswand aufgeforstet. Heute führen die gut ausgebaute Landstraße Hattingen-Niederwenigern und der Ruhr-Radwanderweg nah an diesen Punkten vorbei.

Die Buddel-AG

Im Jahr 1966 gründete Studiendirektor Dr. Heinrich Eversberg vom Jungen-Gymnasium Waldstraße eine „Archäologische Arbeitsgemeinschaft von Schülern der Oberstufe zur Durchführung von Grabungsarbeiten in der Isenburg“.

Zwischen 1969 und 1989 konnte die Buddel-AG von insgesamt 500 Schülern mit enormem körperlichen Aufwand und gelegentlicher Unterstützung durch schweres Gerät die Schutthalde vor dem Bergfried abtragen.

Innerhalb von 14 Jahren gelang es, die Burgschmiede und das Verlies auszugraben und die Brennöfen in den Kellern der Unterburg zu entdecken. Um die Burgruine, die zu den größten Deutschlands zählt und die als das älteste und bedeutendste archäologische Baudenkmal der Stadt Hattingen gilt, hat sich die AG verdient gemacht.

 
 

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