Die Schienen sollen weichen

Bastian Haumann
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Wie die Bahnhofstraße künftig aussehen könnte, erläuterten drei Planungsbüros jetzt den Bürgern. Die machten dabei auch eigene Vorschläge.

Hattingen.  Die Ruhr soll näher an die Altstadt rücken. Drei Planungsbüros versuchen, diese Idee umzusetzen. Ziel: Über die Bahnhofstraße und die Ruhrgasse sollen Touristen in die Innenstadt und bis zum Industriemuseum gelockt werden. Die historische Bedeutung der Straße soll dabei herausgearbeitet werden.

Die noch skizzenhaften Planungen stellten die Büros jetzt interessierten Bürgern vor, die auch eigene Anregungen dazu einbringen konnten. Ein Empfehlungsgremium nahm die Pläne in Augenschein. Doch in der Gebläsehalle – dort fanden Planung und Präsentation statt – hatten erst einmal die Bürger das Wort. Die Veranstaltung war gut besucht, wenngleich das Interesse anscheinend nur bei den direkten Anwohnern der Bahnhofstraße geweckt wurde.

Bei der Präsentation stellte Peter Davids von DTP der Bahnhofstraße ein gutes Zeugnis aus. Ein Manko sieht sein Team bei der Radtouristik, der unscheinbaren Ruhrgasse und den quer parkenden Autos. Das Büro plane daher den Ausbau zu einer Fahrradstraße mit zwei starken Fahrradstreifen, sagte Davids. Ein Parkstreifen soll längs zur Straße entstehen.

Holger Hoffschröer von Reichert und Haase sieht die Bahnhofstraße als Weg in die Altstadt. Noch sei sie schwer zu finden. „Doch hat sie großes Potenzial.“ Das Planungsbüro will ein Spiegelbild zur Innenstadt entstehen lassen, mit den Fachwerkhäusern der Altstadt und der Architektur der Gründerzeit an der Bahnhofstraße. Der Tourismus bekommt einen Schwerpunkt, über die Ruhrgasse soll die Brücke bis zum Industriemuseum geschlagen werden. Die abgehängten Straßenlaternen sollen erhalten bleiben und an die Straßenbahn erinnern. Die Schienen möchte kein Büro erhalten.

Die Landschaftsarchitekten von WBP wollen einen Bahnhofsboulevard schaffen und gehen mit der Idee, eine Kombination aus Mobilitäts- und Multifunktionsstreifen zu schaffen, statt auf den klassischen Radweg zu setzen, einen anderen Weg. Diese Streifen lehnen sich an die Idee des „Shared Space“ (Gemeinsam genutzter Raum) an, bei dem alle Verkehrsteilnehmer die gleiche Fläche nutzen.

Einbahnstraße als Anregung

Die Anwohner im Publikum fürchten, dass es nach dem Umbau weniger Stellplätze gibt. Zudem werde die Bahnhofstraße als Schleichweg genutzt. „Wenn man da die vorgeschriebenen 30 fährt, wird man überholt.“ Hans Sturmberg begrüßte, dass die Schienen weg sollen, die er als großes Unfallrisiko für Radfahrer ansieht, und möchte einen Teil der Bahnhofstraße als Einbahnstraße sehen.