„Die Kulturen kennen sich zu wenig“

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Moscheeverein wünscht sich Integrationsfest – bekannt wie das Altstadtfest

Hattingen.. Ein leichter Dunst von Nebel schwebt in der Luft, umhüllt den Pavillon, unter dem ein Grill steht. Es duftet nach frischen Spezialitäten. Ruhige, etwas mystisch klingende Musik läuft im Hintergrund. Auf dem Parkplatz vor der Fatih-Moschee an der Martin-Luther-Straße findet zum wiederholten Mal das Integrations- und Kulturfest statt.

„Das Integrationsklima in Hattingen ist sehr gut. Wir wollen uns aber nicht darauf ausruhen, sondern weitermachen. Wir müssen den ständigen Austausch pflegen“, sagt Erkan Cöloglu, Vorsitzender des Moscheevereins.

Deshalb wird das Fest jedes Jahr Ende Mai ausgerichtet. Mittlerweile ist es ganz gut besucht. Viele Hattinger interessieren sich für die muslimische Kultur. „Für viele ist sie aber immer noch Neuland. Wir wollen daher zeigen, dass wir da sind, dass wir auch die Hattinger Gesellschaft abdecken“, erklärt Cöloglu. Neben dem Fest haben alle Interessierten daher die Möglichkeit, sich innerhalb der Moschee umzuschauen.

Auch die Kinder sind wichtig. Auf einer großen blauen Hüpfburg lassen sie sich aus und kreischen. Die Verkehrswacht Ennepe-Ruhr ist auch da. Für Kinder gibt es Koordinationsübungen zur Schulung der Motorik. Speziell für die Fähigkeiten, die später im Straßenverkehr von Bedeutung sind, etwa Reaktion.

Die Reaktionsgeschwindigkeit kann jeder testen, an einem Automaten der Landesverkehrswacht NRW. „Vor vier Jahren hatte mich Herr Cöloglu auf einem Hallenfußballturnier in Sprockhövel angesprochen, als wir dort einen Stand hatten. Wir kommen zu jeder Veranstaltung, auf der wir Menschen über den Verkehr aufklären können“, sagt Walter Melchers (76) von der Landesverkehrswacht.

Svenja (8) macht den Koordinationstest mit. Geschickt führt das Mädchen dabei eine Kugel durch ein Labyrinth. Dann macht sie beim Sehtest mit. „Das war kein Problem. Nur bei den ganz winzigen Ziffern hatte ich leichte Probleme“, sagt die Achtjährige.

Überall werden türkische Spezialitäten und Kulturgüter angeboten. Speisen werden selber hergestellt. Auf einem Tablett liegt Baklava, ein Gebäck aus Blätterteig, Walnüssen und Zuckersirup. Gefüllte Weinblätter können ebenfalls gekostet werden.

„Einiges kannte ich noch nicht. Die Teigwaren sind viel aufwendiger als deutsche“, findet Simone Hiesgen (38). Kopftücher und andere Handarbeitserzeugnisse liegen unter einem Pavillon aus. „Auch wenn die Integration gut verläuft, kennen die Kulturen sich noch zu wenig. Wir müssen mehr miteinander reden. Leute, die Vorbehalte haben, sollen kommen, damit wir diese ausräumen können“, wünscht sich Cöloglu. „Mein Traum wäre, das Fest so zu etablieren, dass es den Bekanntheitsgrad des Altstadtfestes besitzt.“

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