Die Grenzen Hattingens erkunden

Blankenstein mit seiner Burg ist das Ziel der letzen Schnadegang-Etappe.
Blankenstein mit seiner Burg ist das Ziel der letzen Schnadegang-Etappe.
Foto: www.blossey.eu
Der Heimatverein lädt ein zum ersten Hattinger Schnadegang der Neuzeit. Fünf Etappen führen von April bis September entlang der einstiegen Gemeindegrenzen durch die Ortsteile. Das altwestfälische Brauchtum war in Hattingen zuletzt vor 208 Jahren gepflegt worden – seit 1806 aber nicht mehr.

Hattingen..  Kleine und große Schnadegänger können von April bis September die Grenzen Hattingens erforschen: Am Sonntag, 13. April, lädt der Heimatverein Hattingen/Ruhr gemeinsam mit der Hattinger Abteilung des Sauerländischen Gebirgsvereins zum „ersten Hattinger Schnadegang der Neuzeit“.

„Der Schnadegang ist ein altwestfälisches Brauchtum, das an einem bestimmten Tag im Jahr gepflegt wurde, um die Grenzen einer Ansiedlung auf eventuelle heimliche Verschiebungen der Gemarken, also der Grundstücksgrenzen, zu kontrollieren“, erklärt Lars Friedrich, der Vorsitzende des Heimatvereins. Vielerorts entstanden aus dieser mittelalterlichen Tradition des Ablaufens der Gemeindegrenzen große Volksfeste mit mehreren tausend Besuchern wie beispielsweise in Herdecke. Das Wort „Schnade“ ist niederdeutsch und bedeutet soviel wie „Grenze“.

Altwestfälisches Brauchtum

Recherchen des Heimatvereins ergaben, das 1806 letztmalig ein Hattinger Schnadegang Erwähnung fand; dessen Gesellschaft marschierte von der Bahnhofsstraße bis zur Feldmark in Welper.

Der Hattinger Schnadegang 2014 erstreckt sich auf einer Strecke von rund 62 Kilometern, die in fünf Etappen unterteilt wird. Diese Etappen können von April bis September von heimischen Wanderfreunden erkundet werden.

Am Palmsonntag, 13.April, wird Etappe eins bestritten, die den Weg vom Haldenplatz in der Innenstadt bis nach Niederwenigern umfasst und von Schnadegang-Schirmherr Achim Paas am Bügeleisenhaus gestartet wird.

Etappe zwei wird am Sonntag, 4.Mai, begangen, Etappe drei am 1.Juni, Etappe vier am 13. Juli und die fünfte und letzte Etappe wird am 7.September beschritten. Dann wird der Schnadegang die Teilnehmer von Niederstüter nach Blankenstein führen.

Extra-Pin gibt’s nur in diesem Jahr

Alle Ausgangs- und Endpunkte werden mit einem Busticket der Preisklasse A vom Hattinger Busbahnhof zu erreichen sein. Nach jeder der etwa zwölf Kilometer langen Etappen, können sich alle Teilnehmenden ihre Leistung mit einem Stempel im „Schnadegang-Pass“ dokumentieren lassen. Lars Friedrich: „Wer im September mindestens drei Etappen mitgewandert ist, bekommt als Auszeichnung die Hattingen-Rundweg-Nadel des SGV sowie den Hattinger Schnadegang-Pin, der extra für diesen Anlass gestaltet wird und nur in diesem Jahr zu erwandern ist.“

Das Angebot des Heimatvereins ist frei und kostenlos und richtet sich an jeden Interessierten, gleichgültig ob Einzelperson, Familie oder Wandergruppe. Die Wanderführung übernimmt über alle Etappen hinweg Meinolf Gaupp, der Wanderwart des Sauerländischen Gebirgsvereins.

 
 

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