Die Feuerwehr, ein neuer Nachbar

Angestrahlt: Die Beleuchtung der neuen Feuerwache kommt einigen Südstädtern sehr grell daher. Die Wehr bittet um Verständnis.
Angestrahlt: Die Beleuchtung der neuen Feuerwache kommt einigen Südstädtern sehr grell daher. Die Wehr bittet um Verständnis.
Foto: WAZ FotoPool
Die Feuerwehr, ein neuer NachbarIm September ist die Hauptfeuer- und Rettungswache von der Friedrichstraßean den Wildhagen umgezogen. Einige Anwohner fremdelten zunächst

Hattingen.  Für die 80 hauptamtlichen Feuerwehrleute der Stadt Hattingen und die 40 freiwilligen Brandbekämpfer des Löschzugs Mitte war der Umzug eine Erlösung. Weg vom baulich maroden, hygienisch unzumutbaren und einsatztechnisch abenteuerlichen Standort Friedrichstraße – hin zum rund elf Millionen teuren Neubau am Wildhagen. Die neue Adresse: gut für die Sicherheit der Bürger, gewöhnungsbedürftig indes für einige direkte Anwohner.

„Sorgen, Kritik, Unmut – da ist einiges an uns herangetragen worden“, räumt Tomas Stanke (46) ein. Der Brandoberinspektor und designierte Nachfolger von Jürgen Rabenschlag als Feuerwehrchef der Stadt hat dafür sehr viel Verständnis und fordert die Betroffenen auf, sich direkt mit der Feuerwehr in Verbindung zu setzen. „Es ist doch klar, dass sich Menschen an Neues gewöhnen müssen. Wo früher eine Grünfläche war, steht jetzt ein Funktionsbau zur Lebensrettung. Mit neuen Anblicken, neuen Geräuschen. Einige empfinden das als störend.“

Zu laut und zu hell

So die Außenlautsprecher. Gerade in den ersten Tagen nach dem Umzug sind Anwohner am Wildhagen erschrocken zusammengezuckt, wenn sie nun wirklich nicht überhören konnten, dass sich „Herr Müller auf Durchwahl 802“ melden soll. „Die Kritik war gerechtfertigt“, sagt Tomas Stanke. Er selbst hat sich bei einem Rundgang in der Südstadt davon überzeugt. Grund war eine falsche Einstellung der Außenlautsprecher. Sie wurden nun leiser gestellt.

So die Lichtanlage. Als „taghell“ empfinden Südstädter die Außenbeleuchtung der neuen Wache. Hier setzt der Feuerwehrchef auf den Gewöhnungseffekt. „Früher war hier eben alles dunkel. Nun ist Licht da – und das brauchen wir auch“, betont Tomas Stanke. Zwar kennt die automatische Nachtschaltung zwischen 22 und 5 Uhr sechs Ebenen der Lichtstärke. Eine gewisse Mindestbeleuchtung müsse aber sein: aus Gründen der Sicherheit und des Arbeitsschutzes.

So das Parken. Einige Autofahrer, vor allem Mitglieder und Besucher des TuS, hätten zunächst nicht wahrgenommen, dass die Feuerwehr die gesamte Straßenbreite zum Ein- und Ausrücken der Fahrzeuge braucht. Autos dürfen dort nicht mehr geparkt werden. „Das wird inzwischen akzeptiert“, sagt Tomas Stanke. „Wir haben mit den Sportlern gesprochen und treffen uns jetzt regelmäßig zum Meinungsaustausch. Wie gute Nachbarn eben.“

Das wünscht sich die Feuerwehr denn auch von allen Südstädtern: Gespräche suchen, Probleme ansprechen. Damit die gute Nachbarschaft stetig wachsen kann.

 
 

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