Der geschenkte Tag

Foto: Michael Gottschalk/dapd
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So viel gewonnene Zeit, aber was tun? Anekdoten rund um den 29. Februar.

Geburtstag feiern

Herzlichen Glückwunsch! Endlich müssen die 33 Hattinger, die am 29. Februar Geburtstag haben, ihren Ehrentag nicht einen Tag vorher oder einen Tag nachher feiern, sondern können mit ihren Freunden und der Familie genau an ihrem Geburtstag anstoßen. Wer im Jahr 1972 geboren ist, feiert theoretisch gesehen übrigens seine erste zweistellige Zahl, und wird endlich zehn Jahre alt. Da sollte man sich genau überlegen, welche anderen Kinder und Schulfreunde eingeladen werden. Nein, die 1972-Geborenen werden ja 40 Jahre alt. Noch besser: 40 und 10 – ein doppelter runder Geburtstag.

Ja sagen

Der Heiratsantrag ist für viele nach wie vor Männersache. Gemäß einer alten Tradition ist es Frauen nur in einem Schaltjahr, am 29. Februar, gestattet, die Frage aller Fragen selbst zu stellen. Lehnt der Mann ab, so muss er der Tradition folgend der Frau ein Geschenk machen.

Vor den Altar treten

War der Antrag ein Erfolg, steht dem Heiraten nichts mehr im Weg. Wie wäre es denn mit dem 29. Februar als Hochzeitstag? In diesem Schaltjahr finden keine Eheschließungen im Hattinger Standesamt statt. „Keiner traut sich“, sagt Angelika Beinroth lachend. Die Abteilungsleiterin erklärt: „Die meisten Pärchen möchten wahrscheinlich nicht nur alle vier Jahre, sondern jedes Jahr ihren Hochzeitstag feiern.“

Allerdings fanden in den vergangenen Jahrzehnten durchaus Eheschließungen am 29. Februar statt. „1980 haben acht Paare geheiratet, 1984 waren es drei Paare. Dann haben erst wieder fünf Paare im Jahr 2000 geheiratet. Im bisher letzten Schaltjahr 2008 waren es drei.“ An einem Datum mit Schnapszahlen gibt es hingegen oft bis zu 15 Hochzeitspaare am Tag.

Tag der Sammler

Viele Briefmarkensammler stürmen am Schalttag die Postämter, um sich den seltenen Stempel abzuholen. „Ich bin seit mehr als vierzig Jahren Sammler, da habe ich schon den einen oder anderen 29. Februar eingefangen“, bestätigt Horst Kamilla von den Briefmarkenfreunden. „Mittlerweile konzentriere ich mich eher auf meine landwirtschaftlichen Motivsammlungen und lasse den jungen Hüpfern den Vortritt am Schalter.“

Mehr Umsatz

Ein Tag mehr im Kalender wirkt sich auch auf den Umsatz aus: „Natürlich machen wir in Schaltjahren gering­fügig mehr Gewinn“, sagt Peter Ricken, Inhaber der Videothek an der Augustastraße. „Vielleicht nehmen sich die Leute mehr Zeit für gute ­Filme“.

Zeit nutzen

Ganze 86 400 Sekunden gibt es am 29. Februar geschenkt – die sollte man nutzen. Der immer vor sich her geschobene Besuch bei der Schwiegermutter könnte in Angriff genommen werden, die Steuer oder aber der längst überfällige gemütliche Abend zu zweit. Der eine oder andere zieht den Frühjahrsputz vor und vergnügt sich am 29. mit Staubsauger und Wischmopp.

Sicher ist sicher

Versicherungen kosten für den zusätzlichen Tag in der Regel nicht mehr. „Man zahlt monatliche Beiträge“, sagt Svenja Bunte von der Provinzial. „Ob ein Monat 30 oder 31 Tage hat, macht schließlich auch keinen Unterschied.“

So merkt man’s sich

Immer dann, wenn die Fußball-Europameisterschaft und die Olympischen Sommerspiele vor der Tür stehen, ist auch der 29. Februar nicht weit. Für die Mathematiker unter uns: Lassen sich die letzten beiden Zahlen einer Jahreszahl ohne Rest durch vier teilen, dann ist’s ein Schaltjahr.

 
 

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