Der Blick hoch hinauf

Michael Maucksch, Vorsitzender der Volkssternwarte Hattingen, beobachtet den Sternenhimmel mit diesem Teleskop. Am Dienstag erwartet er eine partielle Sonnenfinsternis. Foto: Udo Kreikenbohm/WAZ FotoPool
Michael Maucksch, Vorsitzender der Volkssternwarte Hattingen, beobachtet den Sternenhimmel mit diesem Teleskop. Am Dienstag erwartet er eine partielle Sonnenfinsternis. Foto: Udo Kreikenbohm/WAZ FotoPool
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Hattingen..  Der Winter bringt Schnee, aber auch klare Sicht: Michael Maucksch von der Volkssternwarte beobachtet den Himmel.

Der Blick hinauf zu den Sternen – seit jeher faszinierend durch seine strahlende Weite. Erst recht, wenn der Himmel klar ist und die Sterne im Dunkeln leuchten. Der klare, knackig-kalte Winterhimmel scheint da genau richtig, denkt der Laie. Stimmt aber nur zum Teil. Zwar ist es grundsätzlich dunkler und weniger Dunst lässt schärfer schauen – aber fragt man Astronomen, macht der Winter wegen der niedrigen Temperaturen das Beobachten zum Test der besten Thermo-Unterwäsche.

Doch nicht nur das spricht für den Herbst und Frühjahr als Zeit des idealen Kompromisses zwischen Wohlfühltemperatur und guter Sicht. „Im Winter reflektieren der Schnee und der Vollmond zu stark – so romantisch es auch ist“, sagt Michael Maucksch von der Volkssternwarte Hattingen. Deutlich wärmer anziehen gehört aber definitiv dazu. Die Füße müssten warm sein und Mikrofaserhandschuhe würden helfen, sagt er. „Und ein warmes Getränk ist auch mal nett.“ So verschwindet das Bild vom schönen Sterne schauen, und wird ergänzt vom Ausharren, vom Warten auf den richtigen Augenblick. Und der währt oft nur Momente und wenige Minuten.

Der nächste Härte-Test in Sachen Kälte kommt am morgigen Dienstag, 4. Januar. Denn dann beobachtet Maucksch mit seinen Kollegen morgens die partielle Sonnenfinsternis. Die Bedeckung sei mit 78 Prozent relativ groß, da lohne es sich die Finsternis zu beobachten, meint er. Zum Vergleich: Bei Sonnenfinsternis im Jahr 1999 war der Stern zu 92 Prozent bedeckt. Allein das Wetter muss am Dienstag noch mitspielen.

Generell ist der Winter eine Jahreszeit, in der die Astronomen der Volkssternwarte spontan gucken. „Wir verabreden uns, wenn es eine längere gute Periode gibt. Denn zu sehen gibt es auch am Winterhimmel einiges. Der Physiklehrer Maucksch gibt Tipps für Planeten und Nebel: Abends könne man den Jupiter sehen, morgens die Venus, erläutert er. Ab Januar komme der Saturn immer früher hoch und lasse sich beobachten. Maucksch findet den Planeten mit den Ringen am schönsten. Oder auch die Monde des Jupiter. Dann gibt es noch die Pleaden und Hyaden, die als offene Sternhaufen sehen sind. Und wer auch M42 betrachten möchte, braucht kein Teleskop. Experten wissen, das mit dem Kürzel der Orion-Nebel gemeint ist. „Der ist mit dem Fernglas als Nebelfleck zu sehen“, sagt Maucksch.

Ihm falle es schwer seinen Favoriten zu benennen. „Die Pleaden sind ein reines Fernglasobjekt, aber am Teleskop gucke ich lieber den Andromeda-Nebel.“ Aber Beobachten ist nur die Hälfte seines Hobbys, dass er seit zwölf Jahren verfolgt. Ein Kollege brachte ihn damals auf den Geschmack. Die andere Hälfte ist das Fotografieren der Sterne. Und es gibt auch mal Wochen ohne Sternegucken. „Aber wenn der Himmel nach mir schreit, dann beobachte ich wieder.“

Dienstag ab 7.40 Uhr

Die partielle Sonnenfinsternis lässt sich in Hattingen mit einer Bedeckung des Durchmessers der Sonnenscheibe von 78 Prozent sehen. Die Finsternis beginnt um 7.40 Uhr, die größte Verdeckung wird um 9.18 Uhr zu sehen sein. Beim Beobachten eine Finsternisbrille tragen oder Filter benutzen.

 

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