Der Altstadt fehlt das Tor zur Ruhr

Als Laufsteg hat sie schon mal funktioniert. Jetzt soll die Bahnhofstraße, hier beim Straßenfest 2013, von Grund auf saniert werden.
Als Laufsteg hat sie schon mal funktioniert. Jetzt soll die Bahnhofstraße, hier beim Straßenfest 2013, von Grund auf saniert werden.
Foto: WAZ FotoPool
Die Bahnhofstraße steht ganz oben im Stadtentwicklungskonzept 2030.Melanie Witte-Lonsing und Michael Lunemann finden das gut und wichtig

Hattingen.  Fünf Stadttore sollen es einmal sein, fünf neue Blickpunkte mit historischem Bezug. Vier davon gibt es schon. Und doch ist das fünfte, das Weiltor, nicht das letzte Tor, dass der Stadt noch fehlt. Von einem „Tor zur Ruhr“ ist im Stadtentwicklungskonzept 2030 die Rede, und das an vorderster Stelle der Wunschliste für die Innenstadt.

Es geht um die Bahnhofstraße, deren Potenziale die Stadt besser nutzen will. Mehr als bisher noch soll sie zum attraktiven Wohn-, Dienstleistungs- und Arbeitsviertel werden und dabei an die historische Bedeutung der Straße anknüpfen.

Melanie Witte-Lonsing (43) ar-beitet an der Bahnhofstraße. Und hat einen doppelten Blick aufs Quartier. Als Hattinger Statthalterin im Wahlkreisbüro des Landtagsabgeordneten Rainer Bovermann ist die Sozialdemokratin täglich im Quartier präsent. Und als Vorsitzende des Stadtentwicklungsausschusses grundsätzlich im Thema. „Die Bahnhofstraße kann und muss entwickelt werden, damit ihre Funktion als Tor zur Innenstadt deutlicher wird“, sagt Melanie Witte-Lonsing. Und weist darauf hin, dass sich die SPD seinerzeit bewusst für die Bahnhofstraße als Standort für ihr Landtags-Wahlkreisbüro entschieden hat, obwohl es Alternativen in der zentralen Innenstadt gab.

Der Reiz der Bahnhofstraße – für Witte-Lonsing wird er spürbar über einen Dreiklang der Menschen, die dort leben, die dort arbeiten, die die Stadt besuchen. Für alle werde sich die Situation deutlich verbessern, wenn die Straßenbahnschienen endlich weg sind, der Straßenraum neu definiert ist, Hinweisschilder Radlern den Weg von der Ruhr in die Altstadt weisen.

Die Stadtverordnete ist davon überzeugt, dass private Investitionen folgen, wenn die Stadt einmal angefangen hat mit der Aufwertung. Und hofft, dass die 16 Jahre bis 2030 genügen, „um die Bahnhofstraße aus dem Dornröschenschlaf zu wecken“.

Auch Michael Lunemann (70) hatte seinen Arbeitsplatz viele Jahre an der Bahnhofstraße. Der ehemalige Sozial- und Kulturdezernent leitete sein Dezernat vom Amtshaus Bahnhofstraße 48 aus. Christdemokrat Lunemann findet die Leitbild-Idee für das Quartier gut – und würde sogar noch weiter gehen. „Ich hätte die alte Idee der Grünen realisiert, das Stadt-Gebäude Bahnhofstraße 48 abzureißen und den Standort als Tor zur Ruhr neu zu entwickeln“, sagt der Pensionär. „Nun aber hat man kräftig saniert.“ Lunemann fordert, unbedingt an der Kreuzung zur Martin-Luther-Straße mit der Aufwertung zu beginnen und die Ecke zur Ruhr trotz der Gleise ansprechend zu bebauen.

 
 

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