Den Krebs bekämpfen

Foto: Uwe Möller WAZ FotoPool
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Beim Altstadtgespräch stellten Ärzte verschiedene Heilverfahren gegen die tödliche Krankheit vor.

Hattingen..  Wieso trifft es mich, wieso habe ich Krebs? „Das ist eine Frage, auf die keiner eine Antwort geben kann“, sagt Dr. Helfried Waleczek, Chef-Chirurg am Evangelischen Krankenhaus Hattingen. „Die Betroffene stellen dann die zweite Frage: Muss ich sterben?“ Das versuchen Ärzte mit Tumorkonferenzen zu verhindern. Beim Altstadtgespräch zum Thema „Gemeinsam den Krebs überwinden“ informierten Fachärzte dieses Mal bei Ortho-Mobile an der August Bebel-Straße.

„In diesem Jahr werden etwa 486 000 Menschen in Deutschland neu an Krebs erkranken. Viele werden trotzdem Jahre oder Jahrzehnte weiter leben“, sagt Dr. Waleczek dem Publikum, darunter viele Frauen mittleren Alters. „Die Tumorkonferenz beschäftigt sich mit den Fragen: Wie weit ist die Krankheit fortgeschritten? Was kann man dagegen tun? Dabei reden wir darüber, was die bestmögliche Behandlung für den Patienten ist.“ Risiken und Wahrscheinlichkeiten müssen die behandelnden Ärtzte aller Fachrichtungen beachten. „Selbst in den besten Kliniken der Welt überleben nicht alle eine Darmkrebs-Operation. Vier Prozent sterben daran.“

Facharzt für Strahlentherapie ist Dr. Daniel Metzler. „Wenn die Erkrankung im Frühstadion bestrahlt wird, kann das eine Operation ersetzen“, sagt er. „Doch auch nach einer erfolgreichen Operation wird häufig bestrahlt, weil das Risiko zu hoch ist, dass etwas nachwächst.“ Die Geräte der Strahlentherapie seien mittlerweile viel besser als früher. Da meldet sich eine ältere Frau aus dem Publikum zu Wort: „Kann man genau punktuell bestrahlen, damit das umliegende Gewebe nicht geschädigt wird?“ Dr. Metzler: „Es werden computertomografische Bilder erstellt. Mit einem dreidimensionalen Plan wird genau berechnet, wo bestrahlt werden soll. Das umliegende Gewebe wird durch Metalllamellen geschützt, die unterschiedlich ein- und ausgefahren werden können, was viele individuelle Bestrahlungs-Figuren möglich macht.“ Allerdings betont Dr. Metzler auch: „Einen Tumor im Hals zu bestrahlen ist erheblich komplizierter als einen in der Brust.“

Welche Behandlung auch gewählt wird, „danach sind viele müde, fühlen sich schlapp“, weiß Ärztin Iris Dieck-Stiller. Sie leitet die Onkologische Rehabilitation im Ortho-Mobile. „Einigen kribbeln nach einer Chemotherapie die Händen, andere können sich nicht gut konzentrieren, haben Probleme in der Partnerschaft oder leiden unter der Angst, dass die Krankheit wiederkommt.“ Sie hilft ihnen mit einer Reha in ein normales Leben zurückzufinden – durch ein Konzept mit Sport, Wasserbädern, Massagen. „Bis zu einem Jahr nach Abschluss der Behandlung können Patienten bei ihrem Haus-, Hautarzt oder Gynäkologen den Wunsch danach äußern und der Arzt stellt einen Antrag an die Arbeitsgemeinschaft für Krebsbekämpfung.“ Die Reha wird auch bei Ortho-Mobile angeboten.

Dr. Karl-Rüdiger Wiebelitz stellt als Oberarzt der Abteilung Naturheilkunde in der Klinik Blankenstein Naturheilverfahren vor. „Die Teufelskralle hilft gegen Schmerz, gegen Appetitlosigkeit kann man Artischockenblätter nehmen, die Mariendistel hilft bei Leberschäden. Pflanzliche Mittel haben weniger Nebenwirkungen, dafür setzt die Wirkung oft erst nach zeitlichen Verzögerungen ein.“

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