Das Ruhrbistum plant 24-Stunden-Kitas

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Foto: Pohl
Bischof Overbeck will damit auf veränderte gesellschaftliche Lebensrealitäten reagieren. Hattingen erfüllt Kriterien nicht.

Hattingen..  Das Bistum Essen will in das Projekt der 24-Stunden-Kita einsteigen. Wie der Zweckverband Katholische Tageseinrichtungen für Kinder im Bistum Essen erklärte, ist neben Bochum auch in Essen geplant, eine Kindertagesstätte entsprechend personell und räumlich auszustatten. Hattingen erfüllt derzeit nicht die Auswahlkriterien.

Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck begrüßt das Vorhaben von Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD), den Aufbau von „24-Stunden-Kitas“ zu fördern. Er verwies darauf, dass gerade auch im Ruhrgebiet zunehmend beide Elternteile berufstätig sein müssten, um das Familieneinkommen zu erwirtschaften. Auch Alleinerziehende benötigten Unterstützung.

Schwesig hatte angekündigt, Kindertagesstätten beim Ausbau ihrer Spätbetreuung staatlich zu fördern. Dafür wolle sie zwischen 2016 und 2018 bis zu 100 Millionen Euro bereitstellen. Overbeck nannte Schwesigs Vorstoß wichtig im Blick auf veränderte gesellschaftliche Lebensrealitäten. Vor diesen dürfe auch die Kirche nicht die Augen verschließen. Gerade im Mindestlohnsektor gebe es „viele, viele Eltern“, die mangels flexibler Arbeitszeiten auf variable Öffnungszeiten mit einer Betreuung vor 7 und nach 16.30 Uhr angewiesen seien.

Laut Overbeck sollen die geplanten 24-Stunden-Einrichtungen auch für den Notfall ein Angebot für das Wochenende machen und dann vor allem eine Übernachtungsmöglichkeit bieten. Derzeit führe der Zweckverband Katholische Tageseinrichtungen (KiTa) im Bistum Essen umfangreiche Gespräche mit den Jugendämtern, dem Familienministerium und anderen Institutionen. „Die Finanzierung ist dabei natürlich die große Hürde“, so Overbeck. Wie bei anderen Projekten beteilige sich das Bistum an den Kosten.

Hattingen ist aus den aktuellen Plänen ausgenommen, erklärt der Zweckverband. Zunächst wolle man die Angebote in den großen Städten ausbauen. Außerdem sei eine zentrale Lage und damit die Funktion als Einzugsgebiet anderer Städte entscheidend.

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