Das Atelier lebt

Sonja Henseler. Foto: Uwe Möller WAZ FotoPoll
Sonja Henseler. Foto: Uwe Möller WAZ FotoPoll
Foto: WAZ FotoPool
Gemeinsame Ausstellung im ehemaligen Lichtburg-Kino empfinden alle beteiligten Künstler als interessant.

Hattingen..  Kultur gibt es immer noch in den Räumen, obwohl es hier längst nicht mehr wie ein Kino aussieht. „Wir stehen in der früheren Garderobe des Kinos Lichtburg“, erklärt Sonja Henseler stolz über ihr Atelier an der Heggerstraße 34. Für die Veranstaltung „Hattingen Live 7“ öffnete sie es, um mit Kunstinteressierten ins Gespräch zu kommen.

„Sonst stehen hier Tische herum, Eimer mit Pinseln und Farben. Ich male meine Werke am Boden. Doch für heute habe ich aufgeräumt.“ Mit den Gastkünstlerinnen Hanna Ludwig-Schmidhuber und Gabriele von Scheidt sowie mit ihrem Mann Andreas Henseler stellt sie Werke aus.

„Wenn verschiedene Künstler gemeinsam eine Ausstellung organisieren, ist das sowohl für die Künstler selbst als auch fürs Publikum interessant. Die Künstler können sich gegenseitig inspirieren und austauschen und die Zuschauer sehen verschiedene Stile.“ Sie freut sich über jeden Besucher und über das Duo Warnke-Hassenstein, das Jazz und Pop spielt. Sonja Henseler: „Das Atelier lebt.“

Von der Künstlerin selbst sehen die Besucher zum Beispiel das Gemälde „Die Artisten“ eine Mischtechnik mit Acryl auf Leinwand aus der Serie „Flaschenleben“.

Ein abstraktes Bild mit warmen Tönen. Andreas Henseler hat eine Reihe von Karikaturen nebeneinander gehängt.

Keramische Arbeiten zum Thema Spannungsbogen von Mensch, Natur und Umwelt hat hingegen Gabriele von Scheidt ausgestellt. Und dort, wo damals die Kinobesucher die Treppe hinauf kamen, hängen nun an den Wänden Werke der Malerin Hanna Ludwig-Schmidhuber.

Auf Zeitungsseiten hat sie bunte Gesichter gemalt, so wird ein Kontrast zwischen Printdruck und Farbenspiel deutlich.

Auf einen Artikel über Peer Steinbrück, über Reklame von Wein oder auf einer Wirtschaftsseite sind Frauen- und Männerköpfe gemalt – mit feuerroten Haaren, blauen Wangen, dunklen Augen, pinkfarbenen Lippen. „Das Medium Zeitung ist für Kunst anregend und als Material gut geeignet, weil es die Acryl-Farbe nicht aufsaugt wie andere Materialien. Die Köpfe sind alle fiktiv, ich habe sie ohne Vorlage gemalt“, sagt Hanna Ludwig-Schmidhuber.

„Mit Farben möchte ich Stimmungen, Seelenzustände von Menschen wiedergeben“, ergänzt sie. Neben einer europäischen Portrait-Serie mit 18 Köpfen hat Hanna Ludwig-Schmidhuber auch eine afrikanische Serie mit Tusche auf Büttenpapier gemalt. „Ich begeistere mich für Menschen, finde Gesichtszüge interessant. Mir gefällt nicht unbedingt ein schönes Gesicht, es muss einen Ausdruck haben.“

 

EURE FAVORITEN