Das Alte in der Heimat ganz neu entdecken

Draußen in der Fußgängerzone knallt die Sonne auf die Häupter der Besucher der Straßencafés. Ein bisschen weiter die Straße herunter im Bügeleisenhaus ist es dagegen angenehm kühl, als sich die dreiköpfige Familie Bonmann über das alte Hattingen-Modell beugt und auf die Suche nach ihnen bekannten Häuser geht.

Zwar waren sie schon einmal im Bügeleisenhaus, aber der gestrige „Tag des offenen Denkmals“, bei dem auch das Bügeleisenhaus wieder mit dabei war, hat Claudia und Ralf Bonmann mit Tochter Laura noch einmal in die historischen Ausstellungsräume gezogen. Seit 13 Jahren leben sie in Hattingen, verfolgen mit Interesse die Geschichte ihrer Wahl-Heimat. Bald werden sie eine Austauschschülerin aus Buenos Aires beherbergen. Das Mädchen aus der argentinischen Großstadt soll in Hattingen die deutsche Kleinstadtwelt entdecken. Und nach ihrem gestrigen Besuch im Bügeleisenhaus sei klar: „Dieses müssen wir ihr zeigen“, so Claudia Bonmann.

Engagement zur Erhaltung

Touristen und Einheimische gleichermaßen für historische und sinnstiftende Gebäude gewinnen. Das Alte der Heimat endecken und Historisches bewahren, damit auch die Jugend die Geschichte und Lebensweise der Vorfahren nicht vergisst und Engagement zur Erhaltung dieser zeigt: Dies sind nur einige der Aspekte, die am „Tag des offenen Denkmals“ zum Tragen kommen sollen. Lars Friedrich, Vorsitzender des Heimatvereins, der als Träger des Bügeleisenhauses fungiert, sieht in der Aktion eine Möglichkeit, eine wieder größere Aufmerksamkeit auf das markante Fachwerkhaus in der Hattinger Altstadt zu richten.

Zwar sei der Besucherstrom im Vergleich zu den Vorjahren gerade aufgrund der direkt vor dem Haus befindlichen Baustelle gestern „merklich geringer“ gewesen, trotzdem sei die Aktion wichtig – auch wenn für den Verein natürlich durch den freien Eintritt finanziell nicht lukrativ. „Es ist für die Hattinger eine Chance, das Haus neu zu entdecken und sich zu eigen zu machen, wieder ein Bewusstsein für die eigene Geschichte zu entwickeln“, so Friedrich.

 
 

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