COPD-Kranke aus ganz Europa kommen nach Hattingen

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  • Veranstalter des Symposiums Lunge erwarten 2600 Besucher
  • Es gibt Vorträge, Workshops und Stände von 35 Ausstellern
  • Auch Stände für nächstes Jahr sind schon ausgebucht

Hattingen. Zum neunten Mal lädt der Verein COPD Deutschland ein zum Symposium Lunge am Samstag, 10. September. Es steht in diesem Jahr unter dem Motto „COPD und Lungenemphysem – Leben mit Atemwegserkrankungen – von der Diagnostik bis zur erfolgreichen Therapie“ und „ist das größte Treffen von Patienten für Patienten mit COPD in Europa“, sagt der Hattinger Initiator und Organisator Jens Lingemann, der in diesem Jahr in etwa so viele Besucher wie im Vorjahr, 2600, erwartet.

Neben Vorträgen von zehn namhaften Lungenfachärzten wird es auch zwei Workshops zu den Themen „Atemtherapieübungen, Ruhestellungen bei akuter Atemnot, Treppensteigen“ und zum Thema „COPD: Auswirkungen auf Alltag, Psyche und Lebensqualität . . .nicht nur im fortgeschrittenen Stadium“ geben.

35 Aussteller im Industriemuseum

Von 9 bis 17 Uhr kommen Betroffene und Experten an dem Tag im Industriemuseum Henrichshütte an der Werksstraße zusammen. 35 Aussteller werden den Patienten, Angehörigen, Ärzten und Fachpersonal außerdem ihr Angebot präsentieren. „Damit sind alle Stellplätze voll“, so Lingemann, der meldet, dass auch für das zehnte Symposium in 2017 schon alle Ausstellerplätze vergeben sind – und bereits 27 Aussteller auf der Warteliste stehen. Betroffene kommen aus Deutschland, Österreich, der Schweiz, den Niederlanden, Belgien, teils sogar aus Großbritannien.

Ein Thema sind möglicherweise auftretende Begleiterkrankungen bei COPD. „In den letzten Jahren ist erkannt worden, dass es sich um eine systemische Erkrankung handelt. Kardiologische Probleme sind eine Begleiterkrankung, ausgelöst durch Sauerstoffunterversorgung“, erklärt Lingemann. Auch Diabetes sei wegen der verminderten Bewegungsabläufe und der häufigen Cortisongabe ein Problem. Dazu kämen orthopädische Erkrankungen und auch Harninkontinenz. „Dazu gibt es von uns auch Ratgeber. 21 sind inzwischen erschienen, 20 davon habe ich selbst geschrieben.“ Und er aktualisiert sie jährlich, möchte aber keinen weiteren mehr verfassen, denn „erstens haben wir alle Bereiche abgedeckt, zweitens kommen wir an die Grenze unserer Lagerkapazitäten. Wir verschicken jährlich 200 000 bis 300 000 Ratgeber“, erklärt Lingemann.

Lascher Umgang mit der Krankheit

Ein großes Thema ist auch die Therapietreue des Patienten als Schlüssel zum Erfolg. „Viele Patienten gehen lasch damit um, nehmen beispielsweise nur Sauerstoff, wenn es ihnen schlecht geht oder nehmen ein Antibiotikum nicht bis zum Ende, sondern nur einige Tage“, weiß Lingemann. Nachvollziehen kann er persönlich dieses Verhalten nicht. „Sie schaden sich selbst.“

Auch wenn manche Themen immer wieder auf der Tagesordnung des Symposiums stehen, lohnt sich der Besuch, denn „es gibt jedes Jahr neue Erkenntnisse. Der Fortschritt ist groß“, erörtert Lingemann. Wer heute erkranke, habe viel bessere Therapiemöglichkeiten als früher Erkrankte, es gebe mehr Medikamente mit weniger Nebenwirkungen, Beatmungstherapien. Wichtig seien regelmäßige Arztbesuche, Therapietreue und die Eigeninformation. „Wenn man informiert ist, macht man weniger Fehler, kann gegensteuern, baut Ängste ab“, so Lingemann. Dazu soll das Symposium beitragen.

 
 

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