Bügeleisenhaus wird Steinzeithaus

Foto: WAZ FotoPool
Der Heimatverein räumt um: Im April 2012 sehen Besucher die Sonderausstellung „Zwischen Fund und Dichtung“

Hattingen.. Der dicke Zahn eines Mammuts, Beile und Äxte aus der Steinzeit bis zur frühen Bronzezeit sowie Mitmachaktionen und erzählte Sagen zum Hattinger Horkenstein: Das alles bietet der Heimatverein ab dem 20. April im neuen Jahr. Dann verwandelt sich das Bügeleisenhaus komplett in ein Steinzeithaus – zumindest für mehrere Monate.

Lars Friedrich hatte die Idee. „Mich faszinieren schon immer die Grabhügel in Holthausen, die habe ich früher bei einem Sonntagsspaziergang mit meinem Vater bewundert“, erklärt der Journalist und Autor. Ausgrabungen sollen dort aber nicht stattfinden. Stattdessen wird für die Ausstellung auf bereits Gefundenes zurückgegriffen. „Im Hattinger Raum fanden Bürgerinnen und Bürger Äxte und Beile aus der Steinzeit.“ Im literarischen Bereich forschten Dirk Sondermann, Harri Petras und Heinrich Kämpchen nach alten Geschichten, Sagen und Gedichten über die Heimat. Der Hörbuchsprecher Ernst August Schepmann spricht sie auf Tonband; die Besucher verfolgen die Erzählungen in der Ausstellung an einer Hörstation.

Für Kinder und Jugendliche gibt es Playmobilfiguren und Brettspiele zum Thema Steinzeit, Bücher und eine Ecke mit passenden Videospielen. Das lustige Maskottchen Archäojunior kennzeichnet Infotexte für sie. „Wir wenden uns gezielt an Schulen, vereinbaren dafür auch besondere Öffnungszeiten.“ Museumspädagogisch dürfen Kinder Speck- und Feuersteine unter die Lupe nehmen oder selbst Steinzeitmalerei ausüben. Besucher sehen die Entwicklung der Werkzeuge und des Schädels vom Primaten bis zum Neandertaler an Nachbildungen. Auf den drei Etagen und in sechs Räumen sind die Funde zu sehen. Lars Friedrich: „Der Verein zur Erhaltung der Isenburg, das Stadtmuseum und das Stadtarchiv leihen uns Objekte. Ein Archäologe aus Hessen zeigt seine Sammlung. Die Volkshochschule hält Vorträge und veranstaltet eine Führung ins Neandertalmuseum“, freut sich Lars Friedrich, „auch die Stadtbücherei und das Kulturbüro unterstützen das Programm.“ Verschiedene Aktionen wird es geben.

Wer im eigenem Zuhause etwas zum Thema Steinzeit findet, kann sich an den Heimatverein wenden. Derzeit sammeln die Veranstalter alles dafür: Figuren, Bilder, Kuscheltiere oder Kartenspiele. Diese werden in einer Vitrine ausgestellt.

Für das Bügeleisenhaus sind Sonderausstellungen wichtig, weiß Reiner Fehling, der Vorsitzende des Heimatvereins. „Wir benötigen Gelder von Sponsoren und Spenden, weil das Bügeleisenhaus regelmäßig saniert werden muss. Alle sechs Jahre erhält die Schlagseite/Wetterseite des Hauses einen neuen Putz.“ Diese Wand leidet besonders unter starkem Regen und Wind.

 
 

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