Braune Brühe ergoss sich in Kellern

Foto: Jürgen Augstein
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Unwetter wütete im Hammertal.

Hattingen..  Für die Feuerwehr waren es ganz normale Einsätze, für einen Anwohner war es „die Hölle“: Während die Einsatzkräfte nach dem Starkregen am Mittwoch von einigen voll gelaufenen Kellern und der überfluteten Straße im Hammertal sprachen, schaufelten Bewohner der Rauhen Egge eimerweise Schlamm aus ihren Kellern und Garagen. Die braune Brühe war wie ein Wasserfall die steile Straße hinuntergeschossen. Am Donnerstag wurde überall noch geputzt und geschrubbt und es zeigte sich das ganze Ausmaß des „Schlamm-Tsunamis“, wie eine Frau den erdrutschartigen Regen nannte.

Die Sonne steht an diesem Donnerstagmorgen schon früh am Himmel, eigentlich würde Rentner Werner Krapp heute von neun bis zehn im Freibad in Welper schwimmen. Stattdessen steht er jetzt in Gummistiefeln und mit Lehm auf dem Hemd vor seinem Haus in der Rauhen Egge, schaufelt und fegt den Schlamm beiseite. „Mein’se, was wir unten im Keller hatten. Da stand der Schlamm 20 Zentimeter hoch.“ Alles sei hier runtergespült worden, sagt der 78-Jährige, während sein Sohn Jörg mit dem Hochdruckreiniger den Dreck wegspritzt.

Wegermanns, direkt an der Ecke, sind besonders betroffen. Pfützen voller Lehm stehen in der Garage, der Dreck plumpst von oben immer wieder auf die Terrasse. „30 Schubkarren“ hätten sie bestimmt schon rausgeholt, sagt Tochter Julia (19). Garage, die Terrasse, alles ist voller Schlamm.

Auf der Straße wechseln sich die Schadensbeseitiger am Donnerstag ab: Männer der ESW (Entwässerung Stadt Witten) reinigen Gullis, Arbeiter vom Tiefbau- und Betriebsamt schaufeln den Dreck von der Straße.

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