Bogestra will Schülerbus einstellen

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Betroffene, Eltern und Lehrer machen sich stark für Erhalt des jetzt schon überfüllten E59. Durch Umsteigen am Busbahnhof Verspätungen befürchtet.

Hattingen..  Myra Frey, die die achte Klasse des Gymnasiums Waldstraße besucht, hält morgens zwei Einsatzwagen für nötig, weil sich in den laufenden oft nicht alle Kinder reinquetschen können. Doch die Bogestra will den E 59 aus Welper ab 7. Januar einstellen. Lehrer, Eltern von Schulkindern und andere Menschen, die mit dem Bus fahren, laufen Sturm gegen die Pläne.

Anja Sauer, Erprobungsstufenkoordinatorin am Gymnasium Waldstraße, verweist auf die „enorme Bedeutung“ des Busses für Kinder aus Blankenstein, Welper und dem Heggerfeld. Sie hat schon über 100 Unterschriften in Klassen und Kursen gesammelt.

Die Bogestra empfiehlt die Linie CE31 und rät, am Busbahnhof umzusteigen. Jörg Bittner, Vater eines Fünftklässlers, ist „schier entsetzt. Unser Sohn erzählt uns regelmäßig, wie überfüllt der Einsatzwagen E59 ist. Wir mögen uns nicht vorstellen, wie voll der CE31 sein wird, wenn dann morgens noch die Kinder hinzukommen, die aktuell noch mit dem Einsatzwagen E59 fahren.“ Die Umsteigezeit sei viel zu kurz, die CE31 habe hin und wieder Verspätung. „So kann unser Sohn vermutlich vom Busbahnhof Reschop zum Gymnasium laufen. Und wird dort nicht mehr pünktlich zum Unterrichtsbeginn ankommen.“

Myra Frey „wird schlecht, wenn ich daran denke, dass noch mehr Kinder zur Grünstraße fahren, wenn die Realschule Holthausen schließt“. Der Bus sei oft so voll, Türen ließen sich nicht schließen, „wir werden alle eingeengt. Bei jeder Kurve fallen wir aufeinander“.

Anja Sauer findet es nicht akzeptabel, in einen „vermutlich völlig überfüllten E 50 Richtung Grünstraße umzusteigen oder zu laufen“. Seit Jahren seien die Anmeldezahlen konstant, Welper und Blankenstein meldeten einen Zugewinn an Kindern.

Für Kristina Thurau-Vetter zeugt die morgendliche Drängelei deutlich von einem Mehr-Bedarf an Buskapazitäten statt deren Zurücknahme. „Ich würde mir wünschen, dass Kinder als künftige potenzielle Kunden stärker an den ÖPNV herangeführt werden. Eine Anti-Werbung liegt meines Erachtens überhaupt nicht im Zeitgeist. Ein entsprechendes Einwirken der Politik scheint mir überfällig.“

Uwe Josten, Fachbereichsleiter Markt- und Mobilitätsstrategie, verweist für die Bogestra auf einen starken Rückgang der Schülerzahlen insgesamt im Betriebsgebiet und einen spürbaren Rückgang der Nutzer. Ganztagsschule und die Zusammenlegung von Schulstandorten wirkten sich aus, „nachmittags bleiben zahlreiche Fahrzeuge fast leer“. Pressesprecherin Sandra Bruns erklärt, das Unternehmen habe den Gesamtverkehr im Blick und Linien mit Platz.

 
 

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