Blitzgewitter blieb aus

Foto: Olaf Ziegler / WAZ FotoPool
Foto: Olaf Ziegler / WAZ FotoPool
Foto: WAZ FotoPool / Olaf Ziegler
Die Zahl der Verkehrsopfer steigt. Die Polizei stand deshalb mit dem Laser an der Wuppertaler Straße, um Raser zu stoppen.

Hattingen..  Die Autos biegen auf der Wuppertaler Straße sanft um die Kurve und fahren auch sachte weiter unter der Brücke hindurch. Das ist sonst oft nicht der Fall. Nach dem feststehenden Blitzer in der Kurve Richtung Rauendahl, beschleunigen Autofahrer gerne wieder. Doch heute nicht, denn vor der Brücke stehen deutlich erkennbar zwei Streifenwagen der Polizei und ein aufgebauter Laser.

Die Polizei macht deutlich: Wer rast, der wird bestraft. Dabei ist es den Polizisten, die dort draußen in der Kälte stehen, sogar lieber, wenn sie keinen Autofahrer anhalten müssen. „Denn das bedeutet natürlich, dass alle vernünftig fahren“, sagt Hauptkommissar Jürgen Pienkoß.

Doch weil die Zahlen der Verkehrsopfer erstmalig seit 25 Jahren wieder gestiegen sind, hat die Polizei in NRW eine Großaktion gegen Raser durchgeführt. „Im Januar 2011 gab es im Ennepe-Ruhr-Kreis 21 Verletzte im Straßenverkehr. Im Januar 2012 ist die Zahl der Verletzten auf 43 angestiegen“, sagt Pressesprecher Dietmar Trust von der Polizeikreisbehörde.

Ein Ort, an dem relativ viele Unfälle passieren, ist die Kreuzung Wuppertaler Straße/ Rauendahlstraße. „Manche Fußgänger benutzen nicht die Brücke als Weg über die Straße, sondern rennen stattdessen über die Kreuzung“, weiß Hauptkommissar Uwe Brückner. Da ist die Gefahr groß, von einem rasenden Auto angefahren und schwer verletzt zu werden. „Mit der öffentlichen Aktion soll den Menschen bewusst gemacht werden, dass sie vorsichtiger fahren müssen.“

Auch Sonja Nestmann steht neben dem Polizeiwagen und beobachtet den fließenden Verkehr auf der Straße. „Das Bußgeld soll in erster Linie keine Strafe sein, sondern ein Denkanstoß.“ Sie ist Verkehrssicherheitsberaterin und zieht das ganze Jahr in Kindergärten oder Schulen, sucht das Gespräch sowohl mit jungen als auch mit älteren Menschen, um die Raserei zu verhindern. Sonja Nestmann versucht ein emotionales und verantwortungsvolles Gefühl hervorzurufen. „Ich sage zum Beispiel: Zu Hause wartet dein kleines Söhnchen, also fahre vorsichtig, es liegt an dir, ob du dein Kindchen weiterhin in den Arm nehmen kannst.“ Denn: „Die Hauptunfallursache ist wirklich die hohe Geschwindigkeit.“ Wieso fahren die Leute so schnell? „Wer lange mit dem Auto unterwegs ist, kann das Gefühl für die Geschwindigkeit verlieren“, warnt Brückner. Und fordert: „Da muss man öfter auf den Tachometer gucken.“ Geschäftsmänner, die zu einem Termin müssen und unter Zeitdruck stehen, fahren auch oft zu schnell, sagt er weiter. Pienkoß: „Viele junge Fahrer im Alter zwischen 18 und 21 halten sich ebenso nicht an die Geschwindigkeitsbegrenzung.“ Da erfreut das Fazit der Aktion: „Fast alle sind sehr diszipliniert gefahren“, so Trust.

 

EURE FAVORITEN