Blech schwimmt oben

Ungewöhnlicher Ort: Unter dem Motto „Blech schwimmt oben“ musizierten mehrere Posaunenorchester des ev. Kirchenkreises auf der Ruhr. Foto: Walter Fischer / WAZ FotoPool
Ungewöhnlicher Ort: Unter dem Motto „Blech schwimmt oben“ musizierten mehrere Posaunenorchester des ev. Kirchenkreises auf der Ruhr. Foto: Walter Fischer / WAZ FotoPool
Foto: Fischer / WAZ FotoPool
Posaunenorchester des Ev. Kirchenkreises Hattingen-Witten musizierten jetzt auf der Schwalbe und später an Land. Schon Achtjährige haben Spaß dabei.

Hattingen..  Schon von weitem hört man die Bläser dröhnen. Die feierlichen und schnarrenden Klänge kündigen das Eintreffen des Ausflugsschiffes MS Schwalbe an, noch ehe sie zu sehen ist. Unter dem Motto „Blech schwimmt oben“ haben sich mehrere Posaunenorchester des Evangelischen Kirchenkreises Hattingen-Witten zu einer kleinen Bootstour mit anschließendem Konzert an Land zusammengeschlossen.

Mit einiger Verspätung biegen die Bläser auf ihrem rüstigen Gefährt um die Ecke. Das Motorschiff steuert das Freizeitbad Heveney am Kemnader See an, wo sich schon einige Hörlustige versammelt haben. Neugierig beobachten sie, was dann am Ruhrufer passiert: Die Musiker gehen schwer beladen von Bord, bauen ihre Ausrüstung auf und nehmen schließlich ihre Instrumente in die Hand. Das Konzert kann also beginnen.

Aber nicht nur die Musiker blasen hier kräftig. Ein Sturm schüttelt die Bäume, die Bläser müssen ihre Notenblätter mit Wäscheklammern fixieren. Der Wind pustet gar einen Notenständer um, der auf einen der Musikanten fällt. Dirigent Daniel Salinga schickt scherzend ein kurzes Stoßgebet für Windstille gen Himmel und bekreuzigt sich – eine Geste, für die er reichlich Gelächter vom Publikum und dem übergemeindlichen Orchester erntet. Denn trotz des Wetters sind die 62 Bläser bester Stimmung. Schließlich übertönen sie mit ihren Tuben, Posaunen, Trompeten und Hörnern das Tosen des Windes. Ebenso wie den Lärm vorbeifahrender Radler und Inline-Skater.

Trompete und Waldhorn vereint

Unter den Teilnehmern der Veranstaltung ist auch Immanuel Solzer, der gerade seinen 13. Geburtstag feiert. Zusammen mit der Familie sitzt er an Deck der Fähre und genießt ein Stück Geburtstagskuchen. Seit sechs Jahren spielt er Trompete. Sein kleiner Bruder Benjamin (10) bläst ebenso lange Waldhorn. Regelmäßig musizieren die beiden bei Gottesdiensten in der Johannis-Gemeinde. „Aufgeregt sind wir nicht mehr“, verkündet der Musikant stolz. Nur das frühe Aufstehen für Auftritte störe manchmal.

Dem Dirigenten Daniel Salinga ist die Integration der Jungbläser, der eine oder andere ist gerade einmal acht Jahre alt, wichtig. „Dass die Qualität darunter leidet, ist für mich kein Kriterium, sie nicht spielen zu lassen,“ so der Landesposaunenwart.

Fröhlich schippern die 100 Gäste die Ruhr entlang, dem Sonnenuntergang entgegen. Sollten sie hier auf der Ruhr untergehen, dann mit Pauken und Trompeten.

Es sei denn, Blech schwimmt tatsächlich oben

 

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