Bewegte Zeiten mit der „Springmaus“

Gegen Übergewicht, Bewegungsmangel und Koordinationsprobleme arbeiteten die Kinder mit der „Springmaus“ an.
Gegen Übergewicht, Bewegungsmangel und Koordinationsprobleme arbeiteten die Kinder mit der „Springmaus“ an.
Foto: WAZ / FotoPool
Jungen und Mädchen im Kindergarten „Unter dem Regenbogen“ lernen in einem Projekt, sich nicht zu überfordern, Bewegungen zu koordinieren, gesund zu essen und bei allem Spaß zu haben

Hattingen.  Viele Kinder weisen schon in jungen Jahren Defizite hinsichtlich ihrer Bewegung auf. Die gesamte Motorik ist bei Kindern heutzutage eingeschränkter als früher. „Der Gesundheitsservice“ aus Leverkusen hat im Kindergarten „Unter dem Regenbogen“ aus Niederwenigern daher das Projekt „Springmaus“ durchgeführt, das Bewegung fördern soll, unterstützt von der BKK Essanelle.

Früher Ansatz mit Ringen und Raufen

„Der Medienkonsum wird immer größer, auch schon bei den Kleinsten. Räume, sich zu bewegen werden dagegen immer kleiner“, erklärt Projektleiterin Britta Jukschat. Dem soll entgegengewirkt werden. Wenn es geht auch nachhaltig. Doch das liegt später an den Kindergärten – und an den Möglichkeiten, die Bewegung ermöglichen. „Wir haben die Anfrage bekommen und wurden auf die Probleme hingewiesen, die sich bei Kindern der heutigen Gesellschaft widerspiegeln“, erzählt Kindergartenleiterin Ute Süggeler. Der Kindergarten Niederwenigern sei ohnehin bemüht, die Bewegung der Kleinen zu fördern. Daher hat die Leitung zugestimmt und am Ende den Zuschlag bekommen.

Wer sich in der Kindheit wenig bewegt, setzt sein Verhalten meist auch im Erwachsenenalter fort. „Daher müssen wir so früh ansetzten“, betont Jukschat. Im Projekt, das abschnittsweise durchgeführt wurde, haben die Kinder verschiedene Aktionen gestartet. Unter anderem Ringen und Raufen, wobei sie sich diszipliniert nach Regeln bewegen und so auch eine soziale Förderung erfahren. Außerdem haben sie zur Verbesserung ihrer Koordination mehrere Parcours durchlaufen. Zweimal haben sie einen Körperkoordinationstest absolviert, um ihren aktuellen Stand zu überprüfen. „Viele lagen dabei noch im normalen Bereich, einige wenige haben gut abgeschnitten, einige haben aber auch unter dem Durchschnitt gelegen“, sagt Jukschat. Die Diplom-Sportlehrerin hat daher auch Einheiten zur Verbesserung mit den Kindern unternommen.

Zum Abschluss des Projektes war ein Parcours aufgebaut, in dem die Kinder hüpfen, kriechen, balancieren, klettern oder werfen mussten. Im Vordergrund soll der Spaß stehen. Und den hatten die Kinder.

Wichtig sind neben der Bewegung selbst die Ernährung und die Entspannung. Zu viel Bewegung tut Kindern auch nicht gut. Daher sollen sie ihre Grenzen kennen lernen. Und nur, wer sich gesund und ausgewogen ernährt, unterstützt die Bewegung. „Wer merkt, dass Möhren auch gut schmecken, kann auch mal auf Schokolade verzichten“, sagt Jukschat. Süßigkeiten gehören zum Leben dazu, sollen aber nicht Hauptnahrungsmittel sein. Eine gemeinsame Kocheinheit hat es mit den Eltern der Kinder gegeben. Denn die sollen auch angesprochen werden, um die Nachhaltigkeit des Projektes zu garantieren. Nachhaltig agiert der Kindergarten bereits in dieser Woche. Ein weiterer Kurs zum gesunden Kochen ist mit einer Dozentin abgesprochen.

 
 

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