Begabtenförderung für jeden vierten Schüler

Foto: FUNKE Foto Services / Olaf Ziegler
26 Jugendliche im Erweiterungsprojekt des Gymnasiums Waldstraße, das seit zehn Jahren läuft, nahmen Zertifikate in Empfang – Themen von Crystal Meth bis Torlinien-Fußballtechnik.

Hattingen..  Bei Förderung denken viele an Unterstützung für Kinder und Jugendliche, die Hilfe brauchen beim Lernen oder in bestimmten Fächern. Doch auch wer gut ist, braucht Herausforderungen. Das Gymnasium Waldstraße fördert, inzwischen im zehnten Jahr, besonders begabte Jugendliche durch ein Erweiterungsprojekt. Jeder vierte Schüler des neunten Jahrgangs gehört dazu.

26 junge Leute, die sich mit insgesamt 24 Themen auseinandersetzten außerhalb der üblichen Schulstunden, nahmen jetzt im Selbstlernzentrum an der Waldstraße ihre Zertifikate in Empfang. Einige hatten Themen gemeinsam beackert.

Schüler, die im Unterricht träumen, haben sicher nicht den Lehrer auf ihrer Seite. Es sei denn, es handelt sich um „Luzides Träumen – Eine erlernbare Fähigkeit“ als Arbeit innerhalb des Erweiterungsprojektes der Jahrgangsstufe 9.

Sie haben alle nicht geträumt, sondern selbstgewählte Themen in Abschlussarbeiten umgesetzt, die sich nach Auskunft von Ulrike Richert, der Beauftragten für Begabtenförderung am Gymnasium Waldstraße, sehen lassen können. So manche Arbeit von zwei Jahre älteren Schülern könne da nicht mithalten. „Jeder vierte Schüler bekommt Förderung nach oben“, freut sich Ulrike Richert im Jahr des kleinen Jubiläums genauso wie die stellvertretende Schulleiterin Dr. Cornelia Bering.

Die Eltern unterschreiben, dass ihre Kinder sich sechs Wochenstunden lang in anderen Fächern zurückziehen – es sei denn, aus Lehrersicht spricht gerade etwas dagegen – und unbeaufsichtigt am selbstgewählten Thema arbeiten. Die Schüler revanchieren sich für das Vertrauen, indem sie fleißig arbeiten, statt heimlich Eis essen zu gehen. Ihren Lehrer als Partner, der sie unterstützt, können sie selbst wählen.

In diesem Durchlauf waren zahlreiche medizinische Themen dabei. Die Jugendlichen setzten sich mit Diabetes im Alltag auseinander, untersuchten „Chrystal Meth – das tödliche Glück“, beschäftigten sich mit Krankheitsbild und Therapie bei Schizophrenie, untersuchten „Hypnose – eine Großmacht der Medizin“, interessierten sich für Darwins Evolutionstheorie ebenso wie für Neue Medien und den Einfluss des Internets auf Gesellschaft und Politik, für Hexenverfolgung, die Macht der Kirchen, Torlinientechnik im Fußball oder Verletzungen im Schulsport.

Die Funktion des Kunstherzens wurde untersucht, Nitroglycerin thematisiert, Viren und ihre Gefahr waren für die Schüler ebenso interessant wie Helikopter und wie sie fliegen, oder Transgenetik und Erwin Rommel.

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