Baustart am Burgviertel in Sicht

Foto: WAZ FotoPool
Die Essener Urba Bau GmbH kauft der HWG das ehemalige Puth-Gelände ab. Und will bei der Entwicklung Gas geben. In drei Jahren soll alles fertig sein.

Hattingen..  Am 15. Februar 1848 gründete Heinrich Puth in Blankenstein seine Seildreherei. 1981 stoppte das Familienunternehmen die Produktion und machte das Werk dicht. Zwar ist auch seitdem viel gedreht worden mit Blick auf das drei Hektar große Areal zwischen dem Blankensteiner Ortskern und der Hesselbecke. Allerdings fast ausschließlich in Plänen und Verträgen.

1998 übernahm die HWG die Industriebrache und entwickelte den Bereich entlang der Blankensteiner Straße erfolgreich – unter anderem mit Rewe. Große Pläne gab es auch für den Rest des Grundstücks bis zum Seilerweg. Doch aus dem exklusiven Wohngebiet im Schatten der Burg wurde nichts. Gerade einmal vier Häuser mit insgesamt 22 Wohnungen verlieren sich bis heute auf dem 14 000 Quadratmeter großen Gelände.

Seit 2006 ist der später Burgviertel getaufte Standort ganz offiziell ein Klotz am Bein der HWG. Denn seitdem sucht das Wohnungsunternehmen einen Käufer. Am Rande der Pleite, hatte sich die HWG vom Vorstandsvorsitzenden Burkhard Sibbe und der Hälfte ihrer Mitarbeiter getrennt, ebenso von allen 554 Wohnungen außerhalb Hattingens und vom Bauträgergeschäft. Die Rettung der Wohnungsgenossenschaft gelang, der Verkauf des Burgviertels bisher nicht.

Jetzt scheint es zu klappen. In der nächsten Woche wollen HWG-Vorstandschefin Erika Müller-Finkenstein und Werner Baltes ihre Unterschriften unter den Kaufvertrag setzen. Baltes ist Inhaber der Essener Urba Bau GmbH und will in Blankenstein sofort loslegen. Spätestens im Sommer 2013 will man mit dem Bau von 40 Doppelhaushälften, einer Dreierreihe und drei Vierfamilienhäusern beginnen. Zudem sollen zwei Spielplätze und ein Wandelbereich entstehen. „Ich gehe davon aus, dass wir in zwei bis drei Jahren alles bezugsfertig haben“, gibt sich Baltes optimistisch.

Der gelernte Handwerker hat die Urba Bau 1993 gegründet und ein Projekt gleicher Größenordnung zuletzt in Bochum gestemmt. Als Generalunternehmer mit 20 Beschäftigten setzt er darauf, Planung, Entwicklung und Ausführung in einer Hand zu haben. „Bochum verliert an Wohnwert, Essen ist unbezahlbar, Hattingen hat Zukunft“, erklärt Werner Baltes seine Investition. Am Burgviertel lobt er die exklusive Lage und die gute Anbindung zur Innenstadt.

Die Stadt hat dem Verkauf bereits zugestimmt. Urba Bau ist in alle Rechte und Pflichten der Baugenehmigungen aus 2002 eingestiegen und wird sich auch an die dort geforderten Satteldächer halten.

 
 

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